Die Naturschutzorganisation Mountain Wilderness protestierte am 3. Dezember gegen die Erweiterung des Skigebiets Pitztal. Geplant ist der Zusammenschluss mit dem Skigebiet Sölden.

Am ersten Dezember-Wochenende protestierten die Landesverbände Mountain Wilderness Deutschland und Mountain Wilderness Österreich stimmungsvoll gegen den geplanten Zusammenschluss der Skigebiete Pitztal und Sölden. 

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"Es ist ein Skandal, noch intakte, unberührte Gebirgsräume und Geländekammern für die sich immer schneller drehende Aufrüstungsspirale des Skitourismus zu opfern", so Kerrin Lessel, Vorstandsmitglied von Mountain Wilderness Österreich. 

Ein Banner gegen das größte Gletscherskigebiet Europas

"Finger weg von den Gletschern!", mit diesem Slogan protestierte Mountain Wilderness.

| © Mountain Wilderness

Durch den Zusammenschluss der beiden österreichischen Skigebiete soll das größte Gletscherskigebiet Europas entstehen. 

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Ursprünglich wollten die Umweltschützer ein Protestcamp neben dem Gletscher aufbauen, was das Tiroler Campierverbot jedoch verhinderte. "Wir wollten uns für die Gletscher den Arsch abfrieren", sagt ALPIN-Autor und Vorstandsmitglied von Mountain Wilderness, Michael Pröttel. Es trat Plan B in Kraft: Der Aufstieg mit Tourenski und Schneeschuhen zur Braunschweiger Hütte. 

Am von der Erschließung bedrohten Linken Fernerkogl hatten die Demonstranten am Vorabend ein Peace-Zeichen aus Fackeln angezündet. Sie verbrachten die Nacht dann in der Braunsweiger Hütte und hielten am nächsten Tag an der Gletscherseebahn-Talstation einen Banner mit der Aufschrift "Finger weg von den Gletschern" in die Höhe.

Ein Peace-Zeichen aus Fackeln im Schnee

Friedlich, aber bestimmt gegen den Zusammenschluss der Skigebiete. 

| © Mountain Wilderness

Die von den Demonstranten angesprochen Skifahrer äußerten sich laut Mountain Wilderness durchaus auch gegen die Zusammenlegung der Skigebiete: "Da werden die Ski-Tickets ja noch teurer" und "Wir kommen gerade hierher, weil es im Gegensatz zum Söldener Ski-Ballermann im Pitztal ruhiger zugeht", lauteten einige der Aussagen.

Ob Mountain Wilderness mit der Aktion etwas bewirken konnte, bleibt abzuwarten: Das Genehmigungsverfahren läuft noch. 

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