Das Klettern auf den wohl bekanntesten Berg Australiens ist in knapp zwei Jahren Geschichte. Mit dem Verbot ist die zuständige Nationalparkbehörde dem Wunsch der Ureinwohner, der Anangu-Aborigines, nachgekommen.

Jedes Jahr besuchen über eine viertel Million Touristen das Gebiet um den Uluru im Northern Territory, und für viele von ihnen zählt die Besteigung des 350 Meter hohen Inselberges in der zentralaustralischen Wüste zum Highlight ihrer Australien-Tour. 

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Der braun-rot glühende Ayers Rock, so der international bekannte Name des Uluru, gehört zum Unesco-Weltnatur- und Kulturerbe und ist den Ureinwohnern heilig.

"Der Berg ist kein Spielplatz und kein Disneyland", sagen die Aborigines, die seit zehntausenden Jahren im Gebiet um den Uluru leben. Allerdings profitieren auch sie vom Tourismus. Dem Konflikt zwischen Vermarktung und religiösen Gedanken unterliegt nicht nur der Uluru in Australien. 

Weltweit sind mehrere "Heilige Berge" von diesem Problem betroffen - und weltweit gibt es unterschiedliche Lösungen. Am Sinai, dem heiligen Berg der Juden, Christen und Muslime, gibt es beispielsweise keinerlei Einschränkungen für Besucher. Die Besteigung des 6700 Meter hohen Kailash in Tibet, dem heiligsten aller Berge, käme für Buddhisten und Hindus einer Gotteslästerung gleich. 

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Kein Vergnügungspark: Den Aborigines ist ihr Uluru heilig.

| © Picture Alliance

Religiös werden Besteigungsverbote oft mit der Gefahr "ritueller Verschmutzung" begründet. Sex an einer heiligen Stätte zu haben, ist für viele gläubige Buddhisten undenkbar, für einige Touristen aber offensichtlich nicht. Die religösen Gefühle der Anangu werden verletzt, wenn beispielsweise ein Mensch am Uluru zu Tode kommt.

Schon jetzt ist es verboten bei extremer Hitze (ab 36°Grad), Regen, Wind oder Strum auf den Berg zu steigen. Beim 1,6 Kilometer langen Aufstieg überwindet man 350 Höhenmeter - ein anstrengender Weg, bei dem bislang schon mindestens 36 Menschen ums Leben gekommen sind. 

Die Behörde des Nationalparks Uluru-Kata Tjuta hat nun einstimmitg beschlossen, ab dem 26. Oktober 2019 das Klettern auf dem Uluru zu verbieten. 

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