Der am 27. Oktober 1967 in Bergamo geborene Italiener zählt seit Jahren zum erlauchten Kreis der absoluten Top-Alpinisten.

"Ich fühl mich besser, wenn ich anerkannt werde. Diese Anerkennung nimmt den Druck ein wenig weg und das macht mich natürlich entspannter", so Simone Moro 2011 im großen ALPIN-Interview mit Billi Bierling.

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Um mangelnde Wertschätzung seitens der Szene muss sich der drahtige Italiener längst nicht mehr sorgen. Spätestens seit seinem spektakulären Erfolg am Gasherbrum II, bei dem 2011 erstmals ein Karakorum-Achttausender im Winter bestiegen werden konnte, ist Moro der unbestrittene "König des Winterbergsteigens".

Posterboy: Simone Moro ist das Gesicht der aktuellen EOFT-Tour.

Fünf Jahre später konnte der Mann aus Bergamo sogar den legendären polnischen Höhenbergsteiger Jerzy Kukuczka überflügeln, der bis zu seinem tödlichen Absturz am Lhotse im Jahr 1989 drei Achttauseder-Gipfel erstmals im Winter bestiegen hatte. Moro hat nun insgesamt vier Wintererstbesteigungen auf seinem Konto - 2005 Shishapangma (8027m), 2009 Makalu (8463m) , 2011 Gasherbrum II (8034m) und 2016 Nanga Parbat (8125) -, und könnte theoretisch sogar noch auf fünf erhöhen. 

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Dazu müsste er allerdings den K2 knacken, den einzigen Achttausender der Erde, der bis dato noch nicht im Winter bestiegen werden konnte. Wenn jemand dieser alpinistischen Herkulesaufgabe gewachsen ist, dann sicherlich Moro. Doch der Vater einer 19 jährigen Tochter und eines siebenjährigen Sohnes soll - so war jedenfalls in der Neuen Züricher Zeitung zu lesen - schon vor Jahren seiner Frau Barbara Zwerger versprochen haben, im Winter keinen Fuß auf den "Killer Mountain" zu setzen! 

Der passionierte Hubschrauberpilot dürfte auch so noch genügend reizvolle Aufgaben auf seiner "To-Do-Liste" stehen haben. Dass diese nicht zwangsläufig mit der 8000er-Marke zu tun haben müssen, hat Moro im Laufe seiner langen Karriere als Profibergsteiger immer wieder eindrucksvoll unter Beweis gestellt: 

1996: Westwand (Supercanaleta) des Fitz Roy im Alpinstil, 1999: Besteigung von Pik Lenin (7134m), Pik Korschenewskaja (7105m), Pik Kommunismus (7495m) und Khan Tengri (7010m) innerhalb von 33 Tagen, 2001: Wintererstbegehung des Pik Marmorwand (Marple Wall , 6400m) in Kasachstan, 2003: Besteigung des Elbrus (5642m) in drei Stunden und 40 Minuten, 2004: Erstbegehung am Baruntse (7220m), 2005: Versuch Wintererstbesteigung des Cerro Torre (3128m), 2008: Erstbesteigung des Beka Brakai Chhok Südgipfel (6850m) im reinen Alpinstil. 

Über viele Jahre hinweg bildete Moro mit dem kasachischen Profibergsteiger Denis Urubko ein kongeniales Team am Berg, das gemeinsam viele Erfolge feiern konnte (wie etwa die beiden Wintererstbesteigungen von Makalu und Gasherbrum II). In jüngster Zeit wurde dieser Part jedoch immer häufiger von Tamara Lunger eingenommen. 

Mit der jungen Südtirolerin versuchte sich Moro 2015 vergeblich an der ersten Wintertraverse am 8163 Meter hohen Manaslu; im Mai dieses Jahres scheiterten die beiden North Face-Athleten mit ihrem ehrgeizigen Kangchenjunga Skyline - Projekt, in dessen Rahmen sie vier Gipfel des Kangchendzönga-Massivs (über achttausend Meter) überschreiten wollten.

In Schale geworfen: Tamara Lunger und Simone Moro bei einem Event der Gazzetta dello Sport im Dezember 2016.

| © facebook.com/SimoneMoroOfficia

Trotz eines halben Jahrhunderts in den Knochen ist von Simone Moro in den kommenden Jahren noch einiges zu erwarten. Das Ziel seiner nächste Expedition steht bereits fest, der 50-Jährige will es aber noch nicht verraten.

 "Ich kann aber so viel sagen, dass ich im kommenden Winter unterwegs sein werde und dass es wahrscheinlich die kälteste Besteigung wird, die ich jemals versucht habe", so Moro im Interview mit Stefan Nestler von Abenteuer Sport

Ob er dann wieder mit Tamara Lunger frieren wird oder mit seinem alten "Buddy" Denis, bleibt abzuwarten.

PS: Wer den Artikel aufmerksam gelesen hat, sollte jetzt leichtes Spiel mit der Beantwortung der Gewinnspielfrage bei unserem aktuellen Quiz haben! 

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