Familie konnte erst nach zwei Stunden die Bergrettung verständigen.

Am Donnerstag ist in den Berchtesgadener Alpen ein 24-jähriger Niederländer ums Leben gekommen. Der junge Mann befand sich gerade mit seiner Familie auf einer Wanderung von der Gotzenalm ins Landtal (hinter dem Königssee), als er in einer steilen Rinne von einem Schneerutsch erfasst und rund 80 Meter mit in die Tiefe gerissen wurde. Dabei zog sich der Niederländer in felsigem Gelände mehrere tödliche Kopfverletzungen zu.

Die drei unverletzt gebliebenen Familienangehörigen, die den Absturz aus nächster Nähe miterlebt hatten, konnten erst nach gut zweistündigem Abstieg die Bergrettung informieren, da sie vorher keinen Handy-Empfang hatten.

Am Abend trafen schließlich die ersten Einsatzkräfte mit einem Helikopter an der Unglückstelle ein, konnten aber nichts mehr für den 24-Jährigen tun. Seine unterkühlten und unter Schock stehenden Angehörigen wurden mit einem Hubschrauber der Bundespolizei ausgeflogen. 

In den Berchtesgadener Alpen war laut Lawinenwarndienst Bayern zuletzt bis zu einem halben Meter Schnee gefallen. Im Bereich der Unfallstelle lagen etwa 20 bis 30 Zentimeter nasser Schnee.

Die Familie hatte sich laut Polizeimitteilung auf der Gotzenalm noch über die Verhältnisse informiert: "Nachdem bereits im Laufe des Tages ein Bergführer eine Spur gelegt hatte, ging die Familie davon aus, dass es keine Probleme geben sollte."

Der Lawinenwarndienst Bayern mahnt Wanderer zu erhöhter Vorsicht. Im Lagebericht vom 22.09. heißt es: 

In den Hochlagen der Bayerischen Alpen sind in den vergangenen Tagen verbreitet 20 bis 30 cm Neuschnee gefallen. In den Berchtesgadener Alpen fiel bis zu einem halben Meter Neuschnee. In den nächsten Tagen werden die Temperaturen wieder ansteigen. Mit Sonneneinstrahlung und Erwärmung kommt der Schnee ins Rutschen und es ist vor allem in den Hochlagen aus felsigem Steilgelände mit der Selbstauslösung von Lockerschneelawinen zu rechnen.

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