Kaum noch Hoffnung für die acht vermissten Bergsteiger.

Vier Tage nach dem verheerenden Bergsturz am Piz Cengalo (3369m) im Kanton Graubünden ist die Suche nach den insgesamt acht vermissten Bergsteigern eingestellt worden.

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Rettungskräfte in Bondo.

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"Man hat alles Mögliche ausgeschöpft, um diese Vermissten zu finden. Man hat jetzt entschieden, dass die Suche nach den Vermissten aufgegeben wird", teilte Sandra Scianguetta, die Sprecherin der Kantonspolizei Graubünden, am Samstag mit. Es bestehe kaum noch Hoffnung, die Personen lebend zu finden.

Am Freitag war es - wie von Experten befürchtet - zu einem weiteren Bergsturz an dem Dreitausender im Bergell gekommen. Da in dem betroffenen Gebiet (Val Bondasca) nach wie vor jederzeit mit weiteren Felsabbrüchen und Murengängen zu rechnen ist, sei die Gefahr für Einsatzkräfte und Suchmannschaften einfach zu groß, hieß es von offizieller Seite.

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"Man muss auch die Retter schützen, damit es nicht noch mehr Opfer gibt", so Polizeisprecherin Scianguetta zu der Entscheidung, die Suche einzustellen.

Von den zwei Schweizern, zwei Österreichern und vier Deutschen, die nach Behördeninformationen nicht zusammen, sondern in in Zweiergruppen unterwegs gewesen sein sollen, fehlt weiterhin jedes Lebenszeichen.

Übereinstimmenden Medienberichten zufolge hätten die vermissten Bergsportler alle auf der Capanna di Sciora übernachtet und wären am Mittwochvormittag, rund zwei Stunden vor Ausbruch der Katastrophe gegen 09:30 Uhr, von der Hütte losgelaufen.

Am Morgen des 23. August hatten sich am Piz Cengalo riesige Mengen Gestein gelöst und waren ins Tal gedonnert. Nach ersten Schätzungen rutschten im nachfolgenden Murgang bis zu vier Millionen Kubikmeter Schlamm und Fels ins Tal - das entspricht in etwa dem Volumen von 4000 Einfamilienhäusern.

"Das betroffene Gebiet ist fünf Kilometer lang und der Schuttkegel bis zu zehn Meter hoch", so Andrea Mittner, Einsatzleiter der Kantonspolizei Graubünden, am Donnerstagnachmittag in einer Pressekonferenz.

Eine gewaltige Schlamm- und Gerölllawine rollte am Mittwoch, den 23. August, durch das Örtchen Bondo.

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Die Schlamm- und Gerölllawine erreichte auch Bondo, schob sich aber größtenteils an dem 200-Seelen-Dorf vorbei. Die Einwohner des Ortes waren vorsorglich evakuiert worden. Im Laufe des Freitags durften sie Großteils wieder in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren.

Bondo: Aufräumarbeiten nach der Katastrophe.

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Bereits 2011 war es am Piz Cengalo zu einem Felssturz gekommen, bei dem sich im Gipfelbereich des Berges rund eine Million Kubikmeter Gestein gelöst hatten. In Bondo war daraufhin ein automatisches Alarmsystem eingerichtet worden. 

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