Südtirol und Slowenien werden neue Projektpartner im Engagement für einen sanften Tourismus in den Alpen.

Nach dem Deutschen Alpenverein (DAV) sind nun auch der Alpenverein Südtirol (AVS) und der Slowenische Alpenverein (PZS) gleichwertige Partner im Projekt des Österreichischen Alpenvereins (ÖAV). In Zukunft präsentieren sich die Bergsteigerdörfer als ein länder-, regionen- und kulturübergreifendes Netzwerk aus 26 ursprünglichen und naturbelassenen Orten. Ihr gemeinsames Ziel ist klar: Natur schützen, alpine Kultur und Tradition bewahren, sanften Tourismus fördern und Attraktivität im ländlichen Raum stärken!

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Der Almsee beim Bergsteigerdorf Grünau im Almtal.

| © ÖAV / Ulrich Kirchmayer

In enger Zusammenarbeit mit Alpenkonvention, dem Bundesministerium für ein lebenswertes Österreich und dem Fonds für Ländliche Entwicklung konnte der Österreichische Alpenverein vor rund zehn Jahren das Leuchtturmprojekt „Bergsteigerdörfer“ etablieren. Damals wie heute zeigen die Bergsteigerdörfer die Möglichkeiten einer alternativen Tourismusentwicklung für den Alpenraum auf. Heute ist dieses Ziel so aktuell wie noch nie: Skigebiete expandieren, der Event-Tourismus boomt und naturbelassene Räume für den naturnahen Tourismus werden knapper.

Der Kreis der Bergsteigerdörfer ist zwar aufgrund strikter Kriterien überschaubar und exklusiv. Gleichzeitig werden die Gemeinden durch ihre vereinte Überzeugung und Verpflichtung zum Naturschutz für einen wichtigen Impuls zur nachhaltigen Entwicklung im Alpenraum sorgen.

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Neue Bergsteigerdörfer in Deutschland

Das Netzwerk der Bergsteigerdörfer erhält dieses Jahr mit Sachrang, Schleching und Kreuth starken Zuwachs. Die Chiemgauer Orte Schleching und Sachrang werden am 21. Juli 2017 feierlich die Bergsteigerdorf-Deklaration auf der Priener Hütte des DAV unterzeichnen.

Schleching und Sachrang sind einmalig in der Geschichte der Bergsteigerdörfer. Die beiden Orte haben sich für eine gemeinsame Bewerbung entschieden, obwohl sie in benachbarten Tälern liegen und unterschiedlichen Landkreisen sowie Tourismusverbänden angehören. Schleching und Sachrang setzen den Fokus damit nicht nur auf die eigene touristische Entwicklung, sondern auf die nachhaltige Entwicklung der gesamten Region.

Eine große Gemeinsamkeit spielte bei der Bewerbung übrigens eine große Rolle: Zwischen beiden Gemeinden liegt der Geigelstein. In der Vergangenheit hat dieser ebenso geschichtsträchtige wie beliebte Wanderberg Schleching und Sachrang getrennt. Unter dem Dach der Bergsteigerdörfer bringt er zwei unterschiedliche Täler zusammen.

In den Startlöchern steht die Gemeinde Kreuth südlich des Tegernsees im Mangfallgebirge. Kreuth erfüllt die Kriterien und die grundsätzliche Eignung wurde durch die alpinen Verbände ausgesprochen. Bis zur Aufnahme im Frühjahr 2018 erarbeitet die Gemeinde Konzepte zur Verbesserung des sanften Tourismus und Naturschutz in der Region.

Start für Südtirol

Das erste Bergsteigerdorf südlich des Brenners liegt unterhalb der mächtigen Weißkugel im Vinschgau, im Herz der Ötztaler Alpen. Am 23. Juli werden die 460 Einwohner von Matsch gesammelt auf den Beinen sein, um beim Matscher Dorffest die ersehnte Auszeichnung in Empfang zu nehmen. Mit dem Beitritt wird auch das Netzwerk um ein Juwel reicher: der Ort ist so authentisch wie ein Alpenort sein kann, die Dorfgemeinschaft pflegt gelebte Traditionen und wartet mit einigen Besonderheiten auf. So beispielsweise mit den Waalen, dem traditionellen Bewässerungssystem im Vinschgau.

Das zukünftige Bergsteigerdorf Matsch in Südtiro.

| © ÖAV / Gianni Bodini

Jezersko vertritt Slowenien

Das erste Bergsteigerdorf in Slowenien wird Jezersko in den Steiner Alpen, eine der Perlen in den Slowenischen Alpen. Die einmalige Kulisse der Wände der Steiner Alpen, erhaltene Kulturlandschaft im Gebiet vom ehemaligen Gletschersee und Entschlossenheit der Einwohner für die Bewahrung der natürlichen Schönheit von Jezersko sind eine Garantie dafür, dass die Besucher in der Zukunft noch mehr unvergessliche Erlebnisse in den Bergen haben werden. Dafür steht die Marke "Bergsteigerdörfer".

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