Kilian Jornet ist ein Phänomen, der die Grenzen des Machbaren immer wieder aufs Neue verschiebt. Dieses Mal am höchsten Berg der Welt.

Am 20. Mai gegen 22.00 Uhr Ortszeit brach Kilian Jornet im Everest Basecamp (5.100m) beim Rongbuk Kloster auf - und stand nur 26 Stunden später auf dem Gipfel des höchsten Bergs der Erde. Damit gilt der Alleingang des 29-Jährigen, bei dem er nach eigenen Angaben weder Fixseile noch künstlichen Sauerstoff verwendete, als bisher schnellste Begehung auf der Nordseite vom Basecamp aus.

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Eine fantastische Leistung. Aber damit nicht genug. Magenprobleme hatten verhindert, dass er seine Besteigung planmäßig durchführen konnte.

Bei seiner Rückkehr ins vorgeschobene Basislager erklärte er: "Ich hatte mich nicht so wohl gefühlt und kam nur sehr langsam voran. Ich musste alle paar Meter anhalten, hatte Krämpfe und musste mich übergeben. Dennoch fühlte ich mich in der Höhe eigentlich gut und entschied mich zum Weitergehen. Als ich unten war, beschloss ich, es noch einmal zu versuchen, sobald ich mich wieder gut fühlen würde."

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Und so stand Jornet am 27. Mai um 21:00 Uhr erneut auf dem Gipfel des Everest!

Er hatte das vorgeschobene Basislager (6.400 Meter) um 02:00 Uhr morgens verlassen und stieg dann über die Normalroute vorbei an den drei Höhenlagern. Für die Route werden normalerweise durchschnittlich vier Tage benötigt. Jornet kehrte nach 28 Stunden und 30 Minuten in das vorgeschobene Basislager zurück.

Sp leicht wie möglich: Kilian Jornets Everest-Ausrüstung.

"Ich freue mich sehr darüber, den Gipfel noch einmal geschafft zu haben!", sagte Jornet einer Pressemitteilung seines Sponsors Salomon zu Folge. "Heute fühlte ich mich sehr gut. Nur der Wind war ziemlich heftig, deswegen kam ich nicht sehr schnell voran. Ein zweites Mal innerhalb einer Woche ohne Sauerstoff auf dem Gipfel zu stehen, setzt sicherlich neue Maßstäbe im Alpinismus. Ich bin wirklich froh, es versucht zu haben.“

Die beiden Gipfelbegehungen sind Teil des Summits of My Life Projekts, in dessen Rahmen Jornet die wichtigsten Berge der Welt in Rekordzeiten besteigt. Er begann 2012 im Mont Blanc Massiv und stand seither auf Gipfeln in Europa (Mont Blanc und Matterhorn), Nordamerika (Denali) und Südamerika (Aconcagua).

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3 Kommentare

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Johann Lang auf Facebook

Ganz schön ehrgeizig der Mann!! Ob das noch was mit Spaß zusammen hängt???

Juergen Kessel auf Facebook

Schwachsinn!
Was hat das noch mit Bergsteigen zu tun.

Markus Bernhard auf Facebook

Sehr interessant wie polemisch genau dieses Thema immer wieder diskutiert wird. Schon fast sinnbildlich wie einige meinen, die Abweichung vom Standard genau definieren zu können. Der Toleranzrufer immer am lautesten zu wissen scheint, was die Welt braucht und was nicht. Überall werden Rekorde gesucht und mit immer krasseren Methoden zu Tage gebracht. Nur bei denn Alpinisten hört der Spass dann auf, da scheint jeder zu wissen was und wie viel erlaubt ist. Stellt sich doch die Frage, was in den Bergen so anders ist, dass immer gleich die Ethik eine Rolle spielt. Sind es doch gerade die Alpinisten, welche bis auf ein paar wenige Ausnahmen, sehr bemüht sind, der Umwelt sorge tragen.
Hammer Leistung Kilian