Massenansturm am höchsten Berg der Erde. Während Kilian Jornet und Andy Holzer ihren Gipfeltraum verwirklichen konnten, endete die Besteigung für zehn Bergsteiger in einer Katastrophe.

Kilian Jornet hat es geschafft. Wie der Katalane auf seiner Facebook-Seite mitteilen lies, war er am 20. Mai gegen 22.00 Uhr Ortszeit im Everest Base Camp (5100m) aufgebrochen - und stand nur 26 Stunden später auf dem Gipfel des Achttausenders. Damit gilt der Alleingang des 29-Jährigen, bei dem er nach eigenen Angaben weder Fixseile noch künstlichen Sauerstoff verwendete, als bisher schnellste Begehung auf der Nordseite.

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2006 hatte Christian Stangl den bis dato gültigen Rekord von Hans Kammerlander (aus dem Jahr 1996) um wenige Minuten, auf nun 16:42, unterbieten können. Doch Stangl wie Kammerlander waren bei ihren Versuchen vom vorgeschobenen Basislager auf ca. 6500 Meter Höhe gestartet.

Von seinem ursprünglichen Plan, vom Gipfel direkt ins Basislager zurückzukehren, musste Jornet aufgrund gesundheitlicher Probleme absehen. Bereits beim Anstieg hatte er ab einer Höhe von 7.700 Metern mit Magenschmerzen zu kämpfen gehabt. Der Spanier entschied sich daher dafür, im Advanced Base Camp (6.500m) zu bleiben, um wieder zu Kräften zu kommen.

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Erfolg für Andy Holzer

Für Andy Holzer ging es nicht darum, eine neue Bestzeit aufzustellen, sondern alleine darum, endlich auf dem Gipfel des höchsten Berges der Welt zu stehen. Im vierten Anlauf hat es nun endlich geklappt: Am 21. Mai konnte der 50-Jährige - mit Hilfe seiner beiden Begleiter Klemens Bichler und Wolfgang Glockner - die letzten Schritte auf das "Dach der Welt" zurücklegen.

Damit ist Holzer der erste blinde Mensch, dem die Besteigung von Tibet aus gelungen ist. Aber nicht nur das. Holzer konnte durch seinen Erfolg am Everest auch die "Seven Summits" komplettieren. Vor ihm war dies nur einem Blinden gelungen, nämlich Erik Weihenmayer. Der US-Amerikaner stand 2001 auch als erster Mensch ohne Augenlicht auf dem Everest.

Zahl der Toten steigt

Wie die Himalayan Times in ihrer Online-Ausgabe vom 24. Mai mitteilt, stieß ein sechsköpfiges Sherpa-Team, das aufgebrochen war, um den Leichnam des slowakischen Solo-Bergsteigers Vladimir Strba zu bergen, im letzten Hochlager auf vier Tote.

Die Identität der Verstorbenen, die zusammen in einem Zelt gefunden worden, sei noch nicht geklärt, wie es von offizieller Seite hieß. Allerdings, so lies das nepalesische Tourismusministerium am 25. Mai verlauten, gehe man momentan davon aus, dass die vier Bergsteiger bereits im vergangenen Jahr ums Leben gekommen seien.

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