Die beiden Profialpinisten nutzten ein Wetterfenster, um durch die Südwand zu klettern.

Dieser Berg hat es David Göttler angetan. Im vergangenen Jahr hatte der gebürtige Münchner - zusammen mit Ueli Steck - bereits versucht, eine neue Linie durch die Südwand des 8027 Meter hohen Berges zu "legen"; das Vorhaben war jedoch an den mehr als durchwachsenen Wetterbedingungen gescheitert.

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Starkes Team: David Göttler und  Hervé Barmasse (re.).

| © David Göttler

In diesem Jahr sollte es nun klappen. Göttler und sein Seilpartner Herve Barmasse hatten am 09. Mai ihre Akklimatisation abgeschlossen. Das deutsch-italienische Duo wartete seitdem im Basislager auf ein stabiles Wetterfenster.

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"Im Moment ist es zwar endlich wärmer geworden (davor hatte es nachts minus 13 Grad im Basislager-Zelt), und es hat wenig Wind. Dafür aber täglich unberechenbare Bewölkung und Niederschlag. Nicht viel, aber für uns sind leider schon fünf Zentimeter Neuschnee und null Sicht wirklich schlecht. Hier sind keine Fixseile oder Wegmarkierungen, die uns den Weg weisen. Deshalb wird ein bisschen Neuschnee schnell zu einer ernsten Gefahr, wenn man sich in einer 2000 Meter hohen Wand befindet", schrieb Göttler Mitte Mai an Stefan Nestler von Abenteuer Sport.

Ihre Geduld sollte sich für die beiden Athleten auszahlen. Am 21. Mai stiegen Göttler und Barmasse in die Wand ein und arbeiteten sich - bei immer noch schwierigen Verhältnissen - in 13 Stunden über die Girona-Routebis knapp unterhalb des Gipfels.

"Eine letzte etwa zehn Meter lange Traverse und dann noch fünf Meter hoch auf den Gipfel waren uns von der Lawinengefahr her zu heikel", so Göttler gegenüber Stefan Nestler. "Was mich persönlich glücklich macht ist, dass ich dieses Mal in dem Stil, den ich von Ueli gelernt habe, nach ganz oben gekommen bin. Und, dass Hervé und ich dort oben noch einen klaren Kopf hatten und auf die letzten Meter verzichtet haben. Diese Meter waren einfach, aber eben unserer Meinung nach bei diesen Bedingungen zu gefährlich."

Dass es mit der Eröffnung einer neuen Route - wie ursprünglich geplant - diesmal wieder nicht geklappt hat, dürfte der 38-Jährige verschmerzen können. Für Barmasse und ihn wird es einen neuen Anlauf geben, lies Göttler wissen.

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Heribert Scherb auf Facebook:

Viel Glück und gutes Gelingen, mögen die Götter wachsam und gnädig sein.