Nepal möchte die Altlasten früherer Expedtionen entsorgen.

Am höchsten Berg der Erde beginnt die Klettersaison traditionell im April. Expeditionsteams aus aller Welt treffen nach und nach im Basislager ein, um sich in den kommenden Wochen auf den Gipfelgang Anfang Mai vorzubereiten.

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Doch bevor es soweit ist, soll das Objekt der Begierde hunderter Bergsteiger in neuem Glanz erstrahlen. Um den Everest vom Unrat zu befreien, werden die Teilnehmer der kommerziellen Expeditionen mit großen Säcken ausstaffiert, die bis zu 80 Kilgramm Müll fassen können.

Sammelstation: In Lager II auf rund 6400 Meter Höhe sollen die Müllsäcke für den Abtransport gelagert werden.

| © Picture Alliance

Nach Vorstellung der nepalesischen Tourismusbehörde sollen die gefüllten Säcke dann im Camp 2 gesammelt und von dort mit Helikoptern ins Basislager gebracht werden. Der Transport würde keine Extrakosten verursachen, da die Hubschrauber in der Regel ohne Ladung zurückfliegen würden, nachdem sie Ausrüstung und Proviant für die kommerziellen Expeditionen auf rund 6400 Meter abgesetzt haben.

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Sherpas, die Müll aus höheren Lagen nach unten brächten, würden zusätzlich mit zwei Dollar für jedes Kilogramm entlohnt werden, erklärte der renommierte Expeditionsveranstalter Russell Brice. Ob die Aktion das erhoffte Ergebnis bringt, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Zu wünschen wäre es jedenfalls!

Steck und Holzer bereit

Neben den Teilnehmern der verschiedenen kommerziellen Expeditionen stehen auch die Profibergsteiger in den Startlöchern, die in dieser Saison den Everest zum Ziel haben.

Ueli Steck ist zuversichtlich, die erste Everest-Lhotse-Überschreitung ohne künstlichen Sauerstoff realisieren zu können. Und Andy Holzer hofft darauf, als erster Blinder den Everest von Tibet aus besteigen zu können.

"Everest 53": Auf den Spuren der Erstbesteiger

Wer schon immer einmal auf den höchsten Berg der Erde stehen wollte, kann dieses Erlebnis inzwischen zu einem Spottpreis haben (verglichen mit den Kosten einer Teilnahme an einer kommerziellen Expedition): Die Projekte "Everest VR" und "Capturing Everest" machen den Achttausender in Virtual Reality erlebbar.

Und mit "Everest 53" soll der historische Gipfelgang von Hillary und Norgay akkurat rekonstruiert werden. Ob die 3D-Erfahrung noch in diesem Jahr erhältlich sein wird, ist allerdings fraglich.

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6 Kommentare

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Marc Lubig auf Facebook

die ganzen Leichen am besten gleich mitnehmen, und sollte eine Identifizierung möglich sein, den Angehörigen zu ordentlicher Bestattung überlassen.

Heribert Scherb auf Facebook

Wer 50000 Dollar für eine Besteigung bezahlen kann, der sollte fähig sein, für Kosten der Müllentsorgung aufzukommen! Das die Sherpas den Müll entsorgen, das finde ich nicht in Ordnung, aber sie sind auf das Geld angewiesen, obwohl der Staat Nepal jedes Jahr riesige Summen für Permits einnimmt. Sherpas sollten über den Staat Nepal eine Rentenversicherung o.ä. abschließen können, das sie, oder bei Unfällen jeglicher Art ihre Angehörigen abgesichert sind

Horst Boettner auf Facebook

Wenn die Mitglieder der Expeditionen ein klein wenig Bewusstsein und Verständnis für Mensch und Natur mit bringen würden, müsste man nicht darüber diskutieren. Ich und meine Bergfreunde nehmen das wieder mit nach unten, was wir auch hinauf tragen. Das sind wir unserer Natur schuldig. Geld allein ist nicht alles. Bevor man den ersten Schritt am Berg macht, einfach mal darüber nachdenken. Berg heil !

Michael Kienastl auf Facebook

Wäre auch mal ein schönes Zeichen, wenn zB der DAV freiwilligengruppen organisieren würde, die beim aufräumen helfen. Zumindest alles unterhalb des Base Camps

Stephan Sonntag auf Facebook

Jeder Bergsteiger sollte 500 Euro für die Beseitigung des Mülls bezahlen müssen. Dann wird es klappen.

Ma Si 2 auf Facebook

dollar pro Kilogramm? müll für einen sherpa ... das ist doch ein Witz. Die Sherpas sind die wahren Helden am Everest und nicht die Touristen aus Europa, die von den sherpas auf den Berg gebracht werden. Wenn die Touristen selbst ihren Müll entsorgen müssten, würden wahrscheinlich nur noch ein Viertel von ihnen auf den Berg kommen, da sie konditionell nicht dazu in der Lage wären.