Das US-Unternehmen gibt den Verzicht auf umweltschädliche Chemikalien bekannt.

Moderne Hardshell-Textilien leisten viel. Besonders die Produkte des US-Unternehmens W.L. Gore & Associates (kurz: Gore) genießen einen guten Ruf. Deren Wasserdichtigkeit wird aber wie bei vielen Produkten anderer Unternehmen der Branche nach wie vor auch durch Imprägnierung mit per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC) erreicht. Diese Stoffe sind für Mensch und Umwelt gefährlich.

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"Die Outdoor-Branche setzt weiterhin Schadstoffe ein, von denen sich einige in der Natur anreichern oder sogar krebserregend wirken können. Dies sind enttäuschende Ergebnisse für Outdoor-Liebhaber, die sich ihre Ausrüstung sauber und umweltfreundlich wünschen", sagte Manfred Santen, Chemie-Experte von Greenpeace, im vergangenen Jahr auf der ISPO in München.

Auch derzeit läuft die internationale Sportmesse in der bayerischen Landeshauptstadt (wir berichten bis 08. Februar LIVE!) und wieder gibt es Neuigkeiten in Sachen PFCs. Dieses Mal sind es gute Neuigkeiten.

Gore, der Platzhirsch in Sachen wasserfeste Textilien, kündigt per Pressemitteilung an, bis 2023 in seinen dauerhaft wasserabweisenden Imprägnierungen und in der Herstellung seiner Membranen auf ökologisch bedenkliche PFCs zu verzichten.

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Das soll in zwei Stufen erfolgen:

  • Bis Ende 2020 wird Gore ökologisch bedenkliche PFCs in den Vorprodukten (Laminate) ersetzen, die rund 85% der daraus gefertigten Outdoor-Produkte entsprechen. Dazu gehören Jacken, Schuhe, Handschuhe und Accessoires.

  • Bis Ende 2023 wird Gore ökologisch bedenkliche PFCs aus sämtlichen Vorprodukten für Outdoor-Kleidung ersetzen und gleichzeitig sicherstellen, dass die spezifischen Anforderungen für die jeweiligen Anwendungsbereiche weiterhin erfüllt werden.

Christian Langer, Geschäftsbereichsleitung Gore Fabrics sagte dazu: "Gore arbeitet kontinuierlich daran, Outdoor-Produkte mit einer optimalen Kombination aus hoher technischer Leistungsfähigkeit und Nachhaltigkeit zu bieten. Mit unserem ehrgeizigen Ziel, in all unseren Laminaten für Outdoor-Bekleidung auf ökologisch bedenkliche PFCs zu verzichten, unterstreichen wir unser jahrzehntelanges Engagement, den ökologischen Fußabdruck unserer Produkte stetig zu verbessern."

Gore verfolgt parallel mehrere technologische Entwicklungspfade, darunter die Entwicklung fluorierter und nicht fluorierter Lösungen. Die ersten Produkte mit einer PFC-freien Imprägnierung sollen in der Herbst/Winter-Saison 2018 im Einzelhandel verfügbar sein.

Gore hatte unter anderem das Gespräch mit Greenpeace über PFCs gesucht. Nach einer intensiven und auf wissenschaftlichen Fakten beruhenden Diskussion, konnten sich Greenpeace und Gore auf eine gemeinsame Definition ökologisch bedenklicher PFCs einigen.

Das von Gore für die Membranen verwendete Polymer PTFE gilt der Pressemitteilung zu Folge als umweltfreundlich, sofern es ohne ökologisch bedenkliche PFCs hergestellt wird.

Setzt auf PTFE: Bernhard Kiel, Leiter des Nachhaltigkeitsprogramms von Gore.

Bernhard Kiehl, Leiter des Nachhaltigkeitsprogramms von Gore Fabrics sagte: "Wir entwickeln unterschiedliche Materialvarianten. Nach unserem derzeitigen technischenVerständnis ist PTFE aufgrund seiner einzigartigen Leistungsfähigkeit und Langlebigkeit für viele, insbesondere anspruchsvolle Endanwendungen, die bevorzugte Wahl."

Chiara Campione von Greenpeace Italien äußerte sich erfreut: "Greenpeace begrüßt diesen Schritt als echte Weichenstellung für die Outdoor-Industrie. Angesichts der bedeutenden Rolle von Gore Fabrics in der Wertschöpfungskette wird die von Gore vorangetriebene Innovation das Spektrum von Outdoor-Materialien, die keine schädlichen PFCs enthalten, erheblich erweitern. Dies schließt die Verwendung von PTFE Membranen mit reduzierter Umweltbelastung ein."

Weitere Informationen zur Nachhaltigkeitsstrategie und den PFC Zielen von Gore Fabrics finden Sie auf www.gore-tex.com und www.gore-tex.com/pfcgoal.

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