Der 49-Jährige bricht zusammen mit Toni Gutsch und Sebastian Brutscher ins Karakorum auf.

Es ist fast kaum zu glauben: Keine zwei Monate nach seinem 16-Meter-Sturz am Brendelberg, bei dem sich der Extrembergsteiger unter anderem eine Schädelfraktur zugezogen hatte, fühlt sich Thomas Huber schon wieder fit für die ganz großen alpinistischen Herausforderungen.

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Mit seinen beiden Partnern Toni Gutsch und Sebastian Brutscher wird der 49-Jährige demnächst ins Karakorum aufbrechen, um sich am Latok I (7145m) zu versuchen.

Unglaublich: Nur einen Monat nach seinem Unfall "turnte" Thomas Huber mit seinem Sohn Elias bereits wieder in der Watzmann-Ostwand herum.

| © facebook.com/Thomas.Huberbuam

Ob das Trio die seit 1978 noch unvollendete Nordgrat-Route von George Lowe, Jeff Lowe, Michael Kennedy und Jim Donini in Angriff nehmen wird, lässt der Berchtesgadener bewusst offen. Es werde eh "immer viel zu viel im Vorfeld geredet", findet Thomas Huber und ergänzt: 

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"Vielleicht geht die Nordwand, vielleicht ist aber auch der Nordgrat der einzig mögliche Weg in dieser Jahreszeit und bei diesen Verhältnissen. Du musst immer flexibel sein."

Egal, ob Nordwand oder Nordgrat des Latok I, an beiden haben sich dutzende Expeditionen die Zähne ausgebissen. Kann man da überhaupt von einer Erfolgschance reden?

"Nein, das kann man nicht. Aber beim Bergsteigen reizt es ja gerade, dorthin zu gehen, wo viele gescheitert sind. Deshalb bin ich damals zum Beispiel auch zum Ogre gegangen, einem unglaublichen Berg. Genauso sehe ich die Latok I-Nordwand. Das ist ein ausgesprochen schönes Ziel. Vielleicht auch inspiriert dadurch, dass so viele es nicht geschafft haben, glaubst du, dass du es durch deine Erfahrung, dein Können, vielleicht auch dein Glück schaffst, als Erster durchzukommen. Das reizt gewaltig."

Denkst du, dass du nach deinem Sturz jetzt das Unterwegssein noch mehr genießen wirst, unabhängig davon, ob ihr Erfolg habt oder nicht?

"Ich fahre mit einer unglaublichen Freude dorthin. Es ist ein Riesengeschenk. Egal ob ich auf den Latok I hochkomme oder nicht, allein, dort jetzt unterwegs sein zu dürfen, ist unbeschreiblich. Diese Freude und Energie nehme ich auch mit.

Irgendwann musst du die hohen Erwartungen hinter dir lassen und sagen: 'Jetzt denke ich nicht mehr an das, was ich erreichen möchte, sondern begebe mich auf die Reise und lasse mich auf das Projekt ein.' Ich habe ein wunderbares Team. Und ich glaube, wenn es über diese Energie eine Dynamik erfährt, dann kann man verrückte Dinge machen und Großes schaffen. Aber auch wenn ich ohne Gipfelerfolg heimkehre, fahre ich mit einem lachenden Herzen nach Hause, weil ich wieder gesund sein darf – und wild.

Wie Thomas Huber sich auf die Expedition vorbereitet hat, ob er beim Klettern noch an seinen Unfall denkt und warum das Trio so spät noch nach Pakistan aufbricht, lesen Sie in dem ausführlichen Interview von Stefan Nestler.

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