Am 08. August 1786 stehen erstmals Menschen am Gipfel des höchsten Bergs der Alpen.

Seit jeher zieht der Mont Blanc Bergsteiger und Kletterer aus der ganzen Welt an. Seit jeher?

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Nun: Der Mont Blanc ist der höchste Berg der Alpen. Klar, dass der 4.810 Meter hohe Gipfel unter Alpinisten heute eines DER Prestige-Objekte für das persönliche Tourenbuch ist (eine Touren-Beschreibung über den Normalweg finden Sie hier).

Aber gerade weil er so hoch ist, galt die Gipfelregion des "verfluchten Berges", wie ihn der Volksmund nannte, als lebensfeindliches Gebiet, das dringend zu meiden ist. Auch weil dort Drachen und böse Geister auf Eindringlinge lauerten.

In der Mitte des 18. Jahrhunderts jedoch ergaben Messungen, dass der Mont Blanc der höchste Berg der Alpen ist. Eine Besteigung des Berges stand weiter aus und wurde nach und nach zum begehrten Objekt für Naturwissenschaftler und Abenteuerer. Mehrere Versuche scheiterten. Bis zum August 1786.

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Da geht's rauf: Denkmal für die Erstbesteiger vor dem Mont Blanc Massiv.

| © Picture Alliance

Einer der Erstbesteiger des Mont Blanc: Michel-Gabriel Paccard.

Michel-Gabriel Paccard, ein Mediziner aus Chamonix am Fuße des "weißen Berges", hatte per Fernglas eine mögliche Route ausbaldowert. Gemeinsam mit Jacques Balmat, mit dem er bereits am Berg unterwegs gewesen war, sollte der Gipfel endlich gelingen. Es lockte dabei auch die von dem Genfer Naturforscher Horace Bénédict de Saussure ausgelobte Prämie für die Erstbesteigung des Berges. 

Die Seilschaft Paccard/Balmat wagte als erste, was bis zu diesem Zeitpunkt noch keine Expedition am Mont Blanc gewagt hatte: Am 07. August 1786 gestartet, übernachten die beiden planmäßig nahe dem Bossonsgletscher auf 2.300 Metern Höhe und brechen vor dort in den Morgenstunden des 08. August in Richtung des höchsten Punkts auf. Ein Biwak in solcher Höhe hatte bis dahin als viel zu gefährlich gegolten, weswegen die Seilschaften viel tiefer zu ihren Versuchen gestartet waren.

Viele Stunden steigen Paccard und Balmat in den Morgenstunden jenes Augusttages durch eine fremde und gefährliche Welt aus Fels und Eis, die noch nie zuvor ein Mensch gesehen hatte. Um 18:23 Uhr stehen die beiden dann am Gipfel. Sie hissen ein an einen Stock gebundenes rotes Taschentuch. Vom Tal aus sieht man die improvisierte Fahne und weiß: Der Mont Blanc ist zum ersten Mal bestiegen.

Der Abstieg ist für die beiden ein lebensgefährlicher Höllenritt. Erschöpft arbeiten sie sich teilwiese auf allen vieren Meter um Meter nach unten. Am Morgen des 09. August erreichen sie - schneeblind und völlig entkräftet - Chamonix. 

Heute gilt vielen die Erstbesteigung des Mont Blanc als Geburtsstunde des modernen Alpinismus.

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