Auf Anfrage der SPD-Landtagsfraktion hat sich das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz zum Thema Schneekanonen geäußert. Bergbahnbetreiber zeigen sich von den Aussagen der zuständigen Staatsministerin Ulrike Scharf irritiert.

"Die Modernisierung von Skigebieten mithilfe von Schneekanonen kann die Natur in den Alpen über Jahrzehnte hinweg schädigen", so die zuständige Ressortleiterin Ulrike Scharf (CSU) in der Stellungnahme. 

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Für die nachhaltige Störung des Ökosystems seien in erster Linie die für den Betrieb von Schneekanonen erforderlichen Baumaßnahmen verantwortlich:

"Bei der Verlegung von Wasser-, Druckluft- und Stromleitungen werden schwere Baumaschinen eingesetzt und gerade in höheren Lagen kann es viele Jahrzehnte dauern, bis sich Humusschicht, Bodenleben sowie Pflanzen- und Tierwelt von den Eingriffen erholen können."

Bei "baulich veränderten" Skipisten könnten zudem - auch wenn sie nicht künstlich beschneit werden - erhebliche Erosionsschäden festgestellt werden. Die Planierung des Bodens fördere die Gefahr von Erdrutschen und Hangabbrüchen, heißt es in dem Papier weiter.

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Überraschte mit ihrer Stellungnahme die Betreiber von Berg- und Seilbahnen in Bayern: Umweltministerin Ulrike Scharf.

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SPD und Grüne sehen sich in ihrer Kritik an der Bayerischen Regierung bestätigt, die den Bau von Schneekanonen seit Jahren subventionieren würde. Jetzt sei es endlich an der Zeit umzudenken, so die Forderung der beiden Oppositionsparteien.

Für den SPD-Umweltpolitiker Florian von Brunn wäre eine Verschärfung der Bauvorschriften ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Davon halten die bayerischen Bergbahnbetreiber naturgemäß wenig. Sie zeigten sich - auf Nachfrage des Bayerischen Rundfunks - von der Position des Staatsministeriums überrascht.

Man werde sich demnächst dazu ausführlicher äußern, erklärte eine Sprecherin von "AlpenPlus", einem Verbund der Bergbahnen am Brauneck, Spitzingsee und Sudelfeld.

Beim Verband Deutscher Seilbahnen (VDS) bereitet man ebenfalls eine Stellungnahme vor.

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