Thomas und Alexander Huber wollten vergangene Woche Richtung Karakorum aufbrechen. Zusammen mit Dani Arnold und Mario Walder war das Ziel die Durchsteigung der Nordwand des Latok I (7145m), was bis jetzt keiner Seilschaft gelungen war. Nun gab das bayerische Brüderpaar jedoch bekannt, dass die Expedition nicht stattfinden wird.

Bleiben dahoam: die Huberbuam. Bild: www.facebook.com/huberbuam
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Auf der facebook-Seite der Huberbuam heißt es:

"Hey Friends, we just made a very hard decision: we cancel our Expedition to Latok 1 because of the political situation in Pakistan. Of course the dream of this giant wall is still in our mind and we hope next year we will get another chance. Thank you for the great mentally support (((-; Now we have to sort out things and search for a new goal... and very soon we will be on the "road of adventure" again. We let you know. ((-; Dani (Arnold, d. Red), Mario (Waldner), Alexander, Thomas"

Den Latok I hatten schon viele Expeditionen zum Ziel. Über 30, um genau zu sein. Doch nur eine schaffte es bis zum Gipfel. Das war 1979. Am 19. Juli standen Sin'e Matsumi, Tsuneo Shigehiro und Yu Watanabe auf dem höchsten Punkt des 7145 Meter hohen Berges. Die drei Japaner hatten die Südseite als Ausgangspunkt für ihre erfolgreiche Erstbesteigung gewählt.

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Ein Jahr zuvor war ein amerikanisches Team bereits in Gipfelnähe vorgedrungen. Auch wenn die Expedition von George Lowe, Jeff Lowe, Michael Kennedy und Jim Donini letztlich nicht von Erfolg gekrönt gewesen war: Ihr Versuch am Nordgrat gilt bis heute als eine der größten alpinistischen Leistungen im Karakorum.

Thomas und Alexander Huber wollten mit den beiden Profialpinisten Dani Arnold und Mario Walder auf der Nordseite des Latok ein weiteres Kapitel Alpin-Geschichte schreiben. Ihr Ziel: die noch undurchstiegene Nordwand des Berges.

Noch vor wenigen Tagen hatte sich Thomas Huber im Interview mit alpin.de optimistisch gezeigt:

alpin.de: Jetzt ist Fußball-WM und Ihr geht auf Expedition. Schlechtes Timing oder göttliche Fügung?

Göttliche Fügung. Unser Spiel ist der Berg!

Euer Ziel ist die Nordwand des Latok I (7145m). Wie lange geistert das Projekt bereits in Euren Köpfen herum?

Schon über 20 Jahre. Als ich am Ogre stand, sah ich diese unglaubliche Wand.

alpin.de: Abgesehen davon, dass die Nordwand des Siebentausenders noch undurchstiegen ist: Was macht für Dich hier den speziellen Reiz aus?

Für mich ist es einer der großen unbestiegenen Wände im Karakorum. Sie ist schön, unglaublich und scheint fast unmöglich zu sein.

alpin.de: Wäre der Nordgrat, auf dem George Lowe, Jeff Lowe, Michael Kennedy und Jim Donini es 1978 beinahe bis zum Gipfel geschafft haben, auch eine Option gewesen?

Diese Option besteht immer. Die Wand ist in unserem Focus, aber das Ziel ist der Gipfel des Latok I. Und es gibt einige Möglichkeiten, den Gipfel zu besteigen. Nur welchen Weg wir nehmen, wissen wir heute noch nicht - und dadurch wird es spannend.

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