Neue Spitzenwerte bei der Kohlendioxid-Konzentration, Anstieg der durchschnittlichen Jahrestemperatur, teilweise dramatische Längenverluste bei Österreichs Gletschern: Die neuesten Erhebungen von Umweltbundesamt und ÖAV geben Anlass zur Sorge.

Das Umweltbundesamt (UBA) hat jüngst beunruhigende Zahlen veröffentlicht. Nach Angaben der Behörde wurden 2015 so hohe CO2-Emissionswerte gemessen wie niemals zuvor.

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An den beiden Messstationen des UBA, auf der Zugspitze (2962m) und auf dem Schauinsland (1284m) in Baden-Württemberg, lagen sie im Jahresdurchschnitt erstmals über der Marke von 400 ppm (parts per million).

Damit hat sich die CO2-Konzentration im Vergleich zu vorindustrieller Zeit beinahe verdoppelt. Wie das Bundesamt ferner mitteilte, steigt der Wert jedes Jahr um weitere zwei ppm an.

"Die Daten zeigen erneut, wie dringend wir das Klimaschutzübereinkommen von Paris umsetzen müssen. Wenn wir nicht schnell damit anfangen, Emissionen zu reduzieren und mittelfristig auf null zu setzen, werden wir wohl schon in zehn Jahren 420 ppm CO2 messen können, in 50 Jahren landen wir gar bei 500 ppm", warnt UBA-Präsidentin Maria Krautzberger.

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Als wesentliche Ursache für die kontinuierliche Zunahme der Kohlendioxid-Konzentration in der Atmosphäre gilt die Verbrennung von Kohle, Erdöl und Erdgas auf nahezu gleichbleibend hohem Niveau.

In der Erdatmosphäre ist Kohlendioxid sehr langlebig – die mittlere atmosphärische Verweilzeit liegt bei etwa 120 Jahren – verteilt sich deshalb global recht gleichförmig und reichert sich stetig an.

Globaler Temperaturanstieg

Durch das Klimaschutzübereinkommen von Paris soll die durchschnittliche globale Erwärmung auf deutlich unter zwei Grad begrenzt werden. Ohne eine weitere Absenkung der Treibhausgasemissionen kann diese Zielsetzung aber nicht erreicht werden.

Laut Statistik der amerikanischen NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) war 2015 global das wärmste Jahr seit 1880. Die zehn wärmsten Jahre seit 1880 liegen bis auf eine Ausnahme (1998) alle im 21. Jahrhundert.

Immer noch Österreichs längster Gletscher: Die Pasterze.

| © Picture Alliance

Weiter Gletscherrückgang in Österreich

Nicht nur das Umweltbundesamt schlägt Alarm, sondern auch der Österreichische Alpenverein. Der aktuelle Gletscherbericht 2014/2015 des ÖAV zeigt, dass der durchschnittliche Längenverlust der Gletscher mit 22,6 Metern mehr als doppelt so groß ist wie im vorangegangenen Beobachtungszeitraum.

Im heißesten Bergsommer seit 2003 haben drei Gletscher - Taschachferner, Gepatschferner und Hornkees - sogar einen Längenverlust von jeweils über 100 Metern hinnehmen müssen. 

"Der Sommer 2015 war um mehr als 2°C wärmer als im langjährigen Mittel. Lange andauernde Hochdrucklagen und das Ausbleiben sommerlicher Schneefälle, das sind die Zutaten für ein viel zu warmes Messjahr und damit Grund für die aktuellen Gletscherrückgänge", erklärt Dr. Andrea Fischer, Glaziologin und Leiterin des Alpenverein-Gletschermessdienstes. 

Laut den Experten des ÖAV waren alle Monate bis auf den September zu warm. Im Hochsommer fehlten Kaltlufteinbrüche mit Schneefällen auf den Gletschern und auch die nächtliche Abkühlung konnte die Schmelze in den extrem warmen Monaten nicht unterbrechen und setzte so den Gletschern nochmals zu.

Ein Pdf des vollständigen Gletscherberichtes 2014/15 können Sie hier downloaden.

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1 Kommentar

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Dennis Haeennesszett auf Facebook

Dramatisch, aber deshalb werden die Menschen dennoch nichts ändern, sondern eher schreien, wenn's zu spät ist.
Wenn ich die zahlreichen PS-Boliden und SUV's auf den Straßen sehe, die kaum einer braucht oder die Tatsache, dass Konzerne bei Abgastests lieber höchst kiminelle Energie an den Tag legen um zu bescheißen anstatt den Schafstoffausstoß zu minimieren oder gleich auf Elektro-Autos zu setzen und Regierungen, die sich partout nicht dazu durchringen können, den Klimaschutz voranzutreiben, dann falle ich manchmal vom Glauben ab.