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Das beste Training für die Abfahrt bei einer Skitour findet auf der Piste statt. Wer auf der Tour Skifahren lernen will, wird immer mit zu viel Kraft und schlechter Technik fahren. In ein paar Tagen mit einem Bergführer oder mit einem Skilehrer hat man den richtigen Schwung meist schnell heraus.
Ein gutes Auge beim Aufstieg
Viele Skitouren haben eine gewisse Logik für Aufstieg und Abfahrt. Deshalb ist es wichtig, den Berg oder das umliegende Gelände während des gesamten Aufstiegs immer genau zu beobachten. Beim Aufstieg sieht man oftmals die beste Linie für die spätere Abfahrt. Aus einer Scharte oder am Gipfel hat man keinen so guten Überblick mehr. Und nicht immer bedeuten vorhandene Spuren auch Sicherheit. Das gilt insbesondere für den Aufstieg. Wer Zweifel an der Qualität (und der Sicherheit) der vorgegebenen Spur hat, sollte sich selbst seine Spur legen und nicht aus Bequemlichkeit der alten Spur folgen.
Ohne große Wucht
Bei erhöhter Lawinengefahr oder bei sich plötzlich verändernden Verhältnissen ist es ratsam, ganz in der Nähe der Aufstiegsspur zurückzufahren. Und wenn der Hang auch dort labil erscheint, ist es der größte Fehler überhaupt, mit Wucht in den Hang zu springen. Das führt zu einer starken Belastung der Schneedecke.
Übermut ist fehl am Platz
Wenn es die Verhältnisse zulassen, kann man die Steilheit der Hänge voll ausnutzen und die Abfahrt zum puren Genuss werden lassen. Übermut ist etwas Schönes, aber es sollten sich niemals alle zusammen in einen Hang stürzen. Einer fährt voraus und wartet, wenn es möglich ist, auf einem Hügel, einer leichten Anhöhe oder einer anderen sicheren Stelle. Erst dann kommen die anderen (einzeln) hinterher.
Nicht zu schade sein
Ein eher schwächerer Skifahrer, der sich bei bestimmten Verhältnissen oder zu steiler Hangneigung nicht sicher fühlt, sollte sich nicht scheuen, auch einmal mit Fellen ein Stück über die Aufstiegsspur zurückzufahren. Und wenn es gefährlich wird, sollte sich auch der beste Skifahrer nicht zu schade sein, eine Spitzkehre zu machen. Der Fahrstil sollte unbedingt an das Können und an das Gelände angepasst werden.
Herausforderung
Vorausschauende Abfahrtstaktik: einzeln abfahren und in sicheren Bereichen aufeinander warten.
Entscheidungen
Im Zweifel muss jede Entscheidung zugunsten der Sicherheit gefällt werden. Eine steile Wand beim Klettern sieht man von unten meist mit all ihren Schwierigkeiten ein. In die Schneedecke jedoch kann niemand hineinschauen und Restzweifel sind kaum jemals völlig auszuräumen.
Der schlimmste Fall
Sollte der worst case einer Lawinenauslösung eintreten und man sich im Gefahrenbereich befinden: einen Moment die Lage checken und dann versuchen, seitlich aus dem Rutschkeil hinaus zu fahren. Gelingt die "Flucht" nicht mehr, unbedingt versuchen, sich der Ski und Stöcke zu entledigen, und mit Schwimmbewegungen zumindest die Verschüttungstiefe zu reduzieren (oder im Optimalfall gar oben zu bleiben). Sollten Begleiter mitgerissen werden und man selbst in Sicherheit sein, unbedingt Ruhe bewahren, genau merken, wo man den anderen zuletzt gesehen hat. Das kann bei der Suche von großer Hilfe sein.
Der beste Anfang zu guter Letzt
Jedem Skitourengeher, vor allem aber den Anfängern, kann der Besuch eines Lawinenkurses nur unbedingt empfohlen werden.
Text: Walter Lücker
Aus ALPIN 02/2006
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