Am 20. und 21. Oktober 2018 fand in Innsbruck die diesjährige Ausgabe der Alpinmesse statt. Björn Ahrndt von "Bergtouren im Allgäu" war vor Ort.

Im Vergleich zu der ISPO oder auch der OutDoor ist die Alpinmesse in Innsbruck eher klein. Irgendwie sogar heimelig. Keine riesigen Messehallen. Keine überdimensionalen Messestände. Kein großes TamTam. Gerade das, und die Tatsache dass es keine reine Fachbesuchermesse ist, macht den Charme dieser jährlich wiederkehrenden Veranstaltung aus.

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210 Aussteller aus 12 Ländern bieten einen guten Querschnitt zum Thema Alpinsport. Die Messe deckt ein breites Spektrum ab und ist, aus meiner persönlichen Sicht, sehr nah am Kunden. Neben den verschiedenen Sportartikel– und Bekleidungsherstellern findet der Besucher auch zahlreiche Reiseveranstalter oder Destinationen.

Die Bandbreite reicht von Bike-Dorados, Fernwanderwegen oder der "Standard-Alpenüberquerung" über Heli-Skiing in Europa oder Übersee, bis hin zur Weite und Einsamkeit Kirgistans oder dem Dach der Welt.

Klein, aber fein: Die Alpinmesse Innsbruck.

| © Björn Ahrndt
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Ein umfangreiches Workshop- und Multimedia-Programm und Impulsvorträge rundeten auch die jüngste Alpinmesse wieder ab. Neben Fotoworkshops waren Themen wie der Notfall am Berg ebenso präsent, wie ein Workshop im praktischen Umgang mit dem Lawinenverschüttetensuchgerät.

In zwei Messetagen ließen sich knapp 1.000 Messebesucher bei 85 kostenlosen Workshopterminen von Profis schulen und weiterbilden. Sie übten auf dem Hackschnitzelfeld im Freigelände Ost die LVS-Suche, gingen auf Tierspurensuche, zum Fotografieren und zum Biken. Sie lernten wichtige Maßnahmen für den Notfall im Gebirge, den Umgang mit Smartphones, Apps und Navigationsgeräten am Berg oder übten Seiltechniken für Hochtouren. Es wurde aber auch geklettert und das Gleichgewicht auf der Slackline trainiert.

Auf meinem Messerundgang habe ich mir den ein oder anderen Aussteller etwas näher angesehen, Inspirationen für kommende Touren eingeholt und auch eine sehr pfiffige Neuheit für den mobilen Outdoor-Fan entdeckt.

Die Bombe

Mit dem Thema Sicherheit bzw. dem, was im Fall der Fälle helfen kann, beschäftig sich seit vielen, vielen Jahren auch Recco. Über Reflektoren, die in der Regel in die Kleidung eingearbeitet werden, können vermisste oder verschüttete Personen geortet und aufgefunden werden. Die österreichische Polizei hat das zusammen mit der Bergwacht Österreich näher erläutert.

Dickes Ding: Die Suchbombe von Recco.

| © Björn Ahrndt

Mittels einer "Suchbombe", die am Transporthaken eines Hubschraubers befestigt wird, kann innerhalb einer sehr kurzen Zeit ein sehr großes Gebiet durchsucht werden. Dabei strahlt die Suchbombe ein Signal ab das von den Reflektoren zurückgeworfen wird. Über ein akustisches Signal kann dann die Position der vermissten Person bestimmt werden. Sehr beeindruckend. Vor allem die Fläche, die damit abgedeckt werden kann.

Noch beeindruckender, bzw. bleibender und vor allem richtig, war aber die Aussage der Bergwacht. Alle technischen Hilfsmittel sollten nur die ultimative Lösung sein. Die Sicherheit beginnt im Kopf. Eine gute Tourenplanung und defensives Verhalten ist das A und O.

Viele vergessen allerdings angesichts der ganzen technischen Hilfsmittel diesen Aspekt und wiegen sich in Sicherheit. LVS-Detektoren oder Lawinen-Airbags sollten gar nicht erst zum Einsatz kommen. Eine Aussage, der jeder vernünftige Tourengeher nur zustimmen kann!

Die Würfel sind gefallen...

Mein persönlich spannendster Stand auf der diesjährigen Alpinmesse war der von Camp it simple. Die Jungs beschäftigen sich mit modularen Camper-Bausätzen und haben hier zahlreiche Lösungen am Start. Lösungen, "wie man sie kennt".

Aber das, was auf der Alpinmesse als Neuheit vorgestellt wurde, fand ich mega-heiß: Cubes. Quadratische bzw. rechteckige Würfel, die zusammengesetzt eine Liegefläche bilden, oder einzeln als Hocker dienen.

Quadratisch, praktisch, gut: Die Cubes von Keep it Simple.

| © Björn Ahrndt

Der Clou an den filzartig anmutenden Würfeln: sie sind superstabil, leicht, lassen sich individuell zusammenstellen, ohne Werkzeug zusammenbauen und bieten innen Stauraum für alles mögliche. In Kürze wird auch die Webseite zu Cubes online gehen. Angesichts der Fahrzeugplanungen für das kommende Jahr werde ich sicher die Augen danach offen halten.

Fazit

Die Alpinmesse in Innsbruck ist ein kleines Schmuckkästchen der Branche. Ein Schaufenster bei dem es nicht nur um die Produktpräsentation geht, sondern auch um das was dahintersteckt. In jedem Fall eine Empfehlung für alle Bergsportfans. 2019 werde ich ebenfalls wieder am Start sein.

Den vollständigen Nachbericht von Björn findet Ihr auf bergtouren-im-allgaeu.de

Text von Björn Ahrndt

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