Obwohl die Partnersicherung bei jeder Form des Kletterns eine zentrale Rolle spielt, scheinen sich Anfänger wie auch "erfahrene" Kletterer kaum Gedanken darüber zu machen! Was es hier an Unzulänglichkeiten und fehlendem Risikobewusstsein zu beobachten gibt, und mit wieviel Glück eigentlich relativ wenig passiert, ist schlichtweg der Wahnsinn in Dosen.
w.w.w. ?
Was wäre wenn - mein Partner jetzt stürzt? Stellen wir uns diese Frage oft genug, während unser Partner vorsteigt? Können wir die Sturzhöhe minimal halten und dennoch "weich" bremsen? Oder würde unser Partner aufgrund unserer schlampigen Sicherung weiter als notwendig stürzen, und dazu noch an die Wand klatschen, da wir ihn zu abrupt abbremsen?
Die wichtigste Frage, die es in Bezug auf die Partnersicherung zu beantworten gibt, ist nicht womit und wie, sondern von wem wir uns sichern lassen!
Anforderungen an den Sichernden:
- Er ist sich bewusst, dass er das Leben seines Partners in den Händen hält!
- Erfahrung im Halten eines Sturzes (muss unbedingt vorher geübt werden!).
- Mitdenken, was für den Kletternden wichtig ist (schnell Seil ausgeben bzw. einholen).
- Er/Sie darf Entscheidungen (außer im Notfall) nur im Einverständnis mit dem Kletternden treffen (z. B. Umhängen der Sicherung)!
Dynamisch sichern!
Viele Kletterer scheuen sich davor, den Partner dynamisch zu sichern. Großteils wird eine falsche Vorstellung damit verbunden. Dynamisch sichern bedeutet, dass das Seil bei einem Sturz einen halben bis einen Meter, höchstens zwei Meter durch das Sicherungsgerät läuft! Dynamisch sichern muss gelernt sein, am besten mit Handschuh, der eine ideale Dosierung der Bremswirkung gewährleistet.
Sicherungsablauf - kein Schlappseil!
Nach dem Einbinden, dem Beziehen des Standplatzes, bzw. der Wahl des richtigen Standortes beobachtet der Sichernde permanent den Vorsteiger bzw. das von der Sicherung nach oben laufende Seil. Der Sichernde versucht so schnell wie möglich das Seil auszugeben, wenn der Vorsteiger eine Sicherung einhängt, bzw. einzuholen, wenn der Vorsteiger auf die Zwischensicherung zuklettert, die er vorher über seinem Kopf eingehängt hat. Schlappseil verlängert den Sturz unnötig.
Standortwechsel des Sichernden
Der Sichernde im Klettergarten und in der Halle muss so stehen, dass a) der Vorsteiger beim Sturz nicht in das zum Sichernden laufende Seil stürzt und b) ihm sein Partner nicht auf den Kopf stürzt! Das verlangt oft einen Standortwechsel des Sichernden, da sich der ideale Sicherungs-Standort während des Vorstiegs des Partners ändern kann.