- Anzeige -

- Anzeige -
www.alpin.de


- Anzeige -
Eventkalender
Veranstaltung
Di. 22.05.

“Den Sehenden die Augen öffnen"
Veranstaltung
Fr. 25.05.

Marmot Frankenjura Kletterfestival
Veranstaltung
Fr. 08.06.

Arc’teryx Alpine Arc’ademy

- Anzeige -
Toolbar
Seite versenden Sitemap

CO2neutralwebsite
Sicherheit

Teil 5: Standplatz

11.07.2005 18:53:00
Der Standplatz ist die Lebensversicherung einer Seilschaft. Hier muss alles stimmen, wenn es nicht zum Kletter-GAU kommen soll. Deshalb muss der Standplatz eine bombenfeste Insel der Sicherheit und eine absolut zuverlässige Basis zur Selbst- und Partnersicherung sein.
- Anzeige -

Standplatz am Boden

Klettergarten-Situation:
Die Wahl der Sicherungsmethode (dynamisch oder statisch, Ausbildung Partnersicherung) und der Gewichtsunterschied der Partner sind maßgeblich für die Art des Standplatzes am Boden. Bei dynamischer Sicherung und geringem Gewichtsunterschied der Partner benötigt der Sichernde keine Selbstsicherung. Dies hat außerdem den Vorteil, dass sich der Sichernde optimal positionieren kann, um im Falle eines Sturzes des Vorsteigers einen idealen Seilverlauf zu gewährleisten, und nicht selbst mit dem Stürzenden zusammenzustoßen.

Selbstsicherung - ja oder nein?
Besteht die Gefahr, dass der Sichernde durch den Sturz des Vorsteigers empor gerissen wird (statische Sicherung, großer Gewichtsunterschied der Partner, weiter Sturz), muss der Sichernde eine Selbstsicherung haben. Diese sollte möglichst nahe an der Wand liegen und muss einer Belastung nach oben stand halten. Sicherungsmöglichkeiten bieten Bäume, große Steine, Wurzeln, Klemmkeile sowie Standhaken.

Auch wenn fixe Standhaken vorhanden sind, empfehlen wir im Klettergarten die Sicherung über den Hüftgurtring, da das Seil wesentlich schneller ein- oder ausgegeben werden kann. Das Tragen eines Helmes ist für den Sichernden in beiden Fällen (mit und ohne Selbstsicherung) empfehlenswert.

Standplatz am Einstieg im Gebirge:
Wenn das Gelände am Einstieg nicht absturzsicher erscheint, muss grundsätzlich ein Standplatz eingerichtet werden. Dieser sollte möglichst steinschlagsicher sein und sowohl der Belastung nach unten als auch nach oben standhalten. Gesichert wird über den Hüftgurtring.

Standplatz an Sicherheitshaken

In sanierten Routen und vielen Sportkletterrouten sind am Standplatz zwei Klebebohrhaken vorhanden. Empfehlenswert ist, in den für die Selbst- und Partnersicherung optimal gelegenen Bohrhaken zunächst nur einen Schraubkarabiner einzuhängen. Diesen Karabiner nennen wir "Zentralkarabiner".
Zwei Bohrhaken in Reihe geschaltet mit Zentralkarabiner


Für alle weiteren Vorgänge am Standplatz (Nachstieg, Vorstieg, Standplatzwechsel) ist es sinnvoll, einen Zentralkarabiner zu haben! Erst jetzt wird ein normaler Karabiner für die Selbstsicherung in den Zentralkarabiner gehängt. Die Selbstsicherung erfolgt mittels Mastwurf im Kletterseil. Der Anseilpunkt des Sichernden darf nur soweit vom Zentralkarabiner entfernt liegen, dass der Sichernde auch unter Belastung den Karabiner mit der Hand erreichen kann (für Rettungszwecke entscheidend). Nun wird in den zweiten Klebebohrhaken ein Karabiner eingehängt und das aus der Mastwurfsicherung führende Restseil mittels Mastwurf in diesem Karabiner fixiert. In den Zentralkarabiner wird die Partnersicherung eingehängt.

Ein einzelner Fixpunkt als Standplatzsicherung wird nur akzeptiert bei genormten Sicherheitshaken (z.B. Klebebohrhaken, gewachsene Sanduhr, Baum, großer Felskopf). In allen anderen Fällen ist eine Redundanz wichtig, das heißt, dass dann wenn ein Sicherungspunkt versagt, ein zweiter die Belastung übernimmt.

Standplatz an Ausgleichsverankerung

Mittels einer Ausgleichsverankerung können die auftretenden Kräfte auf zwei oder mehrere Fixpunkte verteilt werden. Im Idealfall, wenn die Sicherungspunkte nahezu senkrecht übereinander liegen, wirken auf zwei Fixpunkte jeweils 50 Prozent der auftretenden Kraft. Maßgeblich entscheidend für die Wirkungsweise der Ausgleichsverankerung ist der Winkel vom Zentralkarabiner zu den Fixpunkten. Je kleiner der Winkel, desto besser ist die Kraftverteilung. Idealwinkel: 0 Grad (50 Prozent Belastung auf jedem Fixpunkt). Der Winkel sollte 90 Grad nicht übersteigen.

Ab einem Winkel von 120 Grad erreicht man das Gegenteil: Die Belastung auf jeden Fixpunkt wird größer als 100 Prozent! In die Ausgleichsverankerung wird ebenfalls ein Zentralkarabiner eingehängt und zugeschraubt. Die Selbst- und Partnersicherung wird dann in den Zentralkarabiner eingehängt. Zusätzlich kann die Selbstsicherung auch lose in den besten Fixpunkt gehängt werden. Zum Bau der Ausgleichsverankerung ist eine 120 oder 240 cm lange Bandschlinge ideal.

Standplatz an mobilen Sicherungsgeräten (Klemmkeile etc.)
Bei Verwendung von mobilen Sicherungsgeräten muss darauf geachtet werden, dass der Standplatz in jede Richtung (also auch nach oben) belastet werden kann. Klemmkeile, die nur nach unten halten, müssen deshalb mit anderen Sicherungsmitteln fixiert werden.

Verlängerter Standplatz
Besteht die Gefahr, dass der am Standplatz Sichernde Stein- oder Eisschlag ausgesetzt ist, sollte die Selbstsicherung um einige Meter verlängert werden, sodass der Sichernde genügend Spielraum zum Ausweichen hat. Als erste Zwischensicherung dient hierbei eine in den Zentralkarabiner gehängte Express-Schlinge.

Schlechter Standplatz
Kann der Seilerste keinen vernünftigen Standplatz einrichten, sollte er den Stand vorerst nur als Zwischensicherung benützen und so weit hoch klettern, bis er eine vernünftige Zwischensicherung hat. Von dieser lässt er sich bis zum Standplatz ab und macht Stand. Beim Nachklettern und beim Vorsteigen der nächsten Länge ist der Partner über den Stand und die gute Zwischensicherung gesichert.

Wichtig ist es, die Seilkommandos am Standplatz zu kennen und richtig anzuwenden, denn auch hier kann Leichtfertigkeit schnell ein fatales Ende nehmen.


- Anzeige -

11.07.2005 18:53:00
Sitemap Drucken Versenden


23.05.2012 00:40:32