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Frühlingsanfang - und der Winter ist zurück
Morgens um sieben war die Welt noch in Ordnung. Da strahlte die Beleuchtung des Münchner Hauses auf dem Zugspitz-Gipfel noch hinab bis ins Fenster des Hotels Waxenstein in Grainau. Dort schälten sich um diese Zeit sieben ALPIN-Leser aus den Betten, und nach einem Blick aus dem Fenster wird ein jeder erwartungsfroh ins Bad verschwunden sein. Es ist der 20. März, kalendarischer Frühlingsanfang - klar dass das heute ein Traumtag wird. Denkt man zumindest, aber nicht lang. Eine halbe Stunde später am Frühstücksbüffet tanzen draußen vor den Fenstern die Schneeflocken, dass man die Nachbarhäuser kaum sieht. Der Winter ist zurück und das mit Macht.
Top motiviert für Plan C: durch's Brendlkar ins Tajatörl
Die Truppe steht dennoch bereit, gestiefelt und gespornt mit Völkl Tourenski und Fellen und frisch eingekleidet in die aktuelle Haglöfs-Kollektion. Alle sind top motiviert, aber bei dieser Sicht und der heiklen Lawinensituation (Stufe 3) ist an einen Aufbruch an der Zugspitze nicht zu denken. Franz Perchtold, Bergführer von Hydroalpin, arbeitet am Plan B: Grünstein-Umfahrung gegen den Uhrzeigersinn. Wenn da nur die Einfahrt nach der Grünsteinscharte nicht wäre: steil, eng, nordseitig - genau vor dieser Exposition warnt der aktuelle Lawinenlagebericht.
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Ein kleines Sonnenfenster für sieben freudenstrahlende Tourengeher
Alle sind einverstanden und die Enttäuschung über die verpasste Durchquerung hält sich in Grenzen. Zumal der Skifahrergott uns zum Trost schon nach wenigen Aufstiegsminuten die ersten zögerlichen Sonnenstrahlen zwischen den Baumwipfeln hindurch zuteil werden lässt. Es reißt auf - zumindest auf unserer Seite über den Mieminger Bergen, hinter dem Ehrwalder Almsattel ist das gesamte Zugspitzmassiv in düster waberndes Nebelgebräu gehüllt. Tief drunten verbirgt sich Ehrwald ebenfalls unter einer Nebelschicht. Über unseren Köpfen allerdings schälen sich langsam die Tajaköpfe und der Grünstein aus dem Wolkenvorhang - wir ziehen unsere Spur durch eine fast unwirklich anmutende Welt ohne Bezugsgrößen.
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Eine makellose Spuren-Girlande zieht hinab ins Kar
Also auf geht's, nichts wie runter in das windgeschützte Kar. Spätestens jetzt ist zu erkennen: ALPIN-Leser können skifahren, eine makellose Spuren-Girlande zieht hinab ins Kar, dazwischen nicht ein einziges "Einschlagloch". Auf der Karschwelle ist dann endlich Siesta angesagt: Es ist windstill und warm, wenngleich die Sonnen nur noch durch einen Nebelschleier grinst. Grün und rot gewandete Haglöfs-Männchen sitzen schwatzend und brotzeitend im Kreis - es muss nicht immer die große Skidurchquerung sein. Skitourengehen findet eben draußen statt - und die wirkliche Herausforderung ist das erfolgreiche Sich-Anpassen an die Verhältnisse vor Ort.
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