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Bericht aus Sicht eines Teilnehmers

Biwak-Tipps für Bergfexe in spe...

17.10.2006 13:36:49
Obwohl als echter Flachlandtiroler geboren, bin ich seit gut zwei Jahren immer häufiger in den Bergen, sei es zum Skifahren, Wandern oder Klettersteiggehen.
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ALPIN-Leser Christian Schmalz. Klicken Sie für eine Großansicht!
Mit Freude hatte ich daher vor einigen Monaten die Ausschreibung für die Biwak Exkursion am 23./24.09.2006 am Spitzingsee mit knapp 20 anderen Teilnehmern in ALPIN gesehen. Vielleicht eine tolle Möglichkeit, bisher ohne Biwakerfahrung ein bisschen Abenteuer zu schnuppern und in einem relativ sicheren Umfeld herauszufinden, ob mir das überhaupt gefällt. Ich hatte zwar so eine Ahnung, aber das hat auf jeden Fall nicht gereicht, um mir bisher die entsprechende Ausrüstung zuzulegen und es selbst einmal auszuprobieren. Ich war gespannt.

Noch auf dem Weg von Frankfurt nach München am Samstagmorgen durch dicken Nebel fahrend, habe ich meine ersten Zweifel: 500 km fahren um in einem Schlafsack im Freien zu schlafen?
Zur Fotogalerie ALPIN Mountain Equipment Biwaknacht von Teilnehmern
Doch am Spitzingsee selbst sieht das schon ganz anders aus: Bei strahlendem Sonnenschein gibt das Team von ALPIN und INVIA an die Teilnehmer die Ausrüstung aus: Schlafsäcke, Isomatten, verschiedene Kocher, Stirnlampen, Treckingmahlzeiten und zusätzliches Trinkwasser zum Kochen. Dazu gibt es auch gleich die ersten Tipps: Wie viel Wasser brauche ich für zwei Tage? Regenjacke und -hose mitnehmen? Welche Ersatzkleidung muss mit? So wird in einigen Kofferräumen am Parkplatz der Taubensteinbahn so mancher Rucksack entschlackt und umgepackt, bevor es losgeht.

Auf dem Weg zur Brecherspitze, der zunächst am Spitzingsee entlang führt, lernen sich die Teilnehmer kennen. Biwakieren ist für die meisten neu, entsprechend werden Olaf, Tom, Holger und Petra schon unterwegs als Ratgeber in Anspruch genommen.
Nach einem ersten Zwischenstopp auf der Oberen Firstalm, rechtzeitig zu Kaffe und Kuchen, geht es weiter hoch auf den Vorgipfel der Brecherspitze. Da die Entfernungen der Tour anfängerfreundlich ausgelegt sind, können wir es gemütlich angehen. Für mich (und den einen oder anderen Teilnehmer wohl auch) ganz gut, da ich heute zum ersten Mal meinen vollen 45 Liter Rucksack auf einen Berg trage.

Oben angekommen heißt es nach einer kleinen Verschnaufpause, die Schlafplätze für die Nacht zu suchen: Wo kann man den Sonnenaufgang am besten sehen und liegt doch nicht völlig exponiert im Wind? Kann ich die selbstaufblasende Matratze auf diesen Untergrund mit Geröll legen?
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Dies sind weitere Fragen der Bergfexe in spe, auf die das Team um Olaf und Tom in den beiden Tagen immer sachkundig Antworten und Tipps bereithält. Ebenso beim gemeinsamen Kochen, mal mit Gas, mal mit Benzin, mit und ohne Windschutz, in Edelstahl- oder Alukochgeschirr. Vor- und Nachteile werden diskutiert und erfahren, die Treckingmahlzeiten untereinander ausprobiert und verglichen.

ALPIN-Redakteur Olaf Perwitzschky und Thomas Strobl von Mountain Equipment bei der Essenszubereitung. Bild: Petra Wiedemann.
Nach einem atemberaubendem Sonnenuntergang und dem notwendigen Abwasch stellt sich dann bei der Theorieeinheit trotz manch (zu) heller LED-Stirnlampe bei den Erzählungen über freiwillige und unfreiwillige Biwaks echte Lagerfeuerromantik ein, die uns bald müde in unsere Schlafsäcke kriechen lässt.

Geschlafen habe ich hervorragend: Kein Stein drückt mich unter der Isomatte, und der Daunenschlafsack hält auch den auffrischenden Wind ab. Und dem anderen Teilnehmer, den ich mitten in der Nacht verfluche, weil sein Kochgeschirr vom Wind getrieben über die Felsen poltert, bin ich im nächsten Moment schon dankbar, denn ohne den Lärm hätte ich bestimmt nicht die zwei Sternschnuppen gesehen und könnte nicht zufrieden grinsend wieder einschlafen.

Sonnenaufgang im Schlafsack. Bild: Simone Maier.
Am nächsten Morgen mache ich mich auf, um mir den Sonnenaufgang von der Brecherspitze aus anzusehen. Zum Glück habe ich meine Schuhe dank Olafs Ratschlag in einer Tüte mit in meinem Schlafsack gepackt. So sind sie beim Anziehen angenehm warm. Der Anblick ist traumhaft: Erst färbt die Sonne den Himmel nur in zarten orangeroten Streifen, bevor sie selbst langsam ihre Strahlen über Berge und Täler kriechen lässt. Solche grandiosen Schauspiele bleiben einem in Erinnerung!

Ebenso wie die interessanten Teekompositionen, die es zurück im "Basislager" gibt. Aber wichtig um auch gestärkt mit Birchermüsli den kleinen fast abenteuerlichen Abstieg zur Oberen Firstalm (?) zu bewältigen. Dabei wurden Wiederholungspläne geschmiedet und E-Mail-Adressen getauscht.
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Und dann schließt auch schon am frühen Sonntagmittag ein tolles Event auf dem Parkplatz der Taubensteinbahn mit der Rückgabe des Equipments.

Morgenstimmung auf der Brechserspitze. Bild: Jörg Buchacker.
Dank der guten Organisation von ALPIN und INVIA war es für mich persönlich ein gelungenes Wochenende, ein grandioses Naturerlebnis gepaart mit einer praktischen Einführung ins Biwakieren: der weite Weg ist angesichts der Eindrücke und des Gelernten schnell vergessen!

Und beim Blick in meinen Kofferraum kann ich vor der Heimfahrt nun als stolzer Besitzer eines Daunenschlafsacks, einer Isomatte, eines Gaskochers und einer Stirnlampe auch anderen Herstellern nur empfehlen, vergleichbare Events zu organisieren. So gelingt es nicht nur Equipment zu verkaufen, sondern auch den richtigen (umwelt-)bewussten Einsatz davon zu vermitteln.

Beim Schneebiwak bin ich bestimmt dabei, und mir fällt noch einiges an Ausrüstung ein, was ich dafür dann künftig brauche....

Text: Christian Schmalz
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Christian Schmalz arbeitet in der Strategieabteilung einer deutschen Großbank. Privat engagiert er sich u.a. auch für ein Kinderhilfsprojekt in Brasilien: www.villasocial.de


Weitere Informationen:
Zum Artikel zur ALPIN Mountain Equipment Biwaknacht
Zur Fotogalerie der Biwaknacht
Zur Fotogalerie der Biwaknacht von Birgit Gelder


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17.10.2006 13:36:49
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