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Onlinetagebuch: ALPIN Leserreise - Mit Peter Habeler ins Everest-Basecamp

Auf Wiedersehen Nepal!

26.05.2008 12:35:36
Ich weiß nicht, wie lange das Wasser jetzt schon läuft. 30 Minuten? 40? Ökologisch korrekt ist das nicht. Doch egal - ich genieße die erste heiße Dusche in meinem Einzelzimmer in Kathmandu so sehr, dass mein Umweltbewusstsein erstmal Pause machen muss.
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In KTM ist der Sprit gerade knapp. Stundenlang muss an den Tankstellen gewartet werden.
Klar weiß man, dass eine Trekking-Reise im Everest-Gebiet kein Luxus-Urlaub ist. Man ist darauf vorbereitet, dass die hygienischen Umstände nicht mitteleuropäischen Normen entsprechen, dass die Matratzen hart, die Zimmernachbarn laut, die Zeltnächte eng und kalt sind. Das muss so sein, das gehört dazu. Dennoch zehren die Umstände an den Kräften und man weiß den eigentlich gewohnten Komfort nach zwei, drei Wochen "Wildnis" wieder richtig zu schätzen. Doch trotz der Annehmlichkeiten unseres modernen Hotels nach westlichem Standard sehne ich mich schon nach kurzer Zeit in der nepalesischen Hauptstadt in den Himalaya zurück.
Baudnath Stupa ist eine der prächtigsten buddhistischen Kultstätten Kathmandus.
Eigentlich hatte ich mich sehr auf Kathmandu gefreut. Wollte mich in die wilde, bunte, geschäftige Metropole stürzen und mich treiben lassen. Leider werde ich ziemlich schnell hinweggespült und fortgerissen aus der äußeren und inneren Ruhe des Himalaya.

Professionelle Sadhus: Diese heiligen Männer sitzen im Bereich der Leichenverbrennungsstätte in KTM. Hunderte von Touristen ziehen hier Tag für Tag vorbei. Für ein Foto der beiden sind 100 Rupien fällig (ca. 1 Euro).
Es strengt mich an, den Menschen nicht mehr unvoreingenommen freundlich gegenübertreten zu können, wie in der Everest-Region als ein "Namaste" noch ein freundlicher Gruß und nicht der Beginn eines Verkaufgespräches war. Es strengt mich an, stetig Fahrrädern, Motorrädern, Motorrollern, Rikschas, Geländewagen und Taxis ausweichen zu müssen, die hupend in den engen Gassen ihr Recht des Stärkeren einfordern. Es strengt mich an, mich als reicher westlicher Tourist zu fühlen, der trotz seines Wohlstandes nichs gegen die allgegenwärtige Armut vieler gestrandeter Existenzen in Nepals Hauptstadt ausrichten kann. Es strengt mich an, nach zwei Tagen unter dem "Kathmandu cough" zu leiden, einem unangenehmen Husten, der durch die immense Luftverschmutzung hervorgerrufen wird.

Nein, ich muss es einfach sagen: Dieses Stadt ist nichts für mich. Mag sie auch noch so viele bunte Eindrücke, tolle Tempel, farbenprächtige Stupas und sehenswerte Gebäude zu bieten haben.

Es reicht. Ich freue mich auf zu hause. Und eine baldige Rückkehr nach Nepal.
Um zur Fotogalerie der Tage in Kathmandu zu gelangen, klicken Sie auf das Bild oder auf diesen Link.
Alle Artikel des Online-Tagebuchs der Everest-Exkursion bis zu diesem Tag:
Fotogalerie früherer Hauser-Trekkintouren zum höchsten Berg der Welt: Klicken Sie auf das Bild oder auf diesen Link.

Weitere Informationen:

Seit 1990 unterstützt Hauser aktiv die Sir Edmund Hillary Stiftung Deutschland durch großzügige Spenden für Infrastruktur-Projekte in Nepal. www.sir-edmund-hillary-stiftung-deutschland-ev.de

Der Nepalhilfe Beilngries kann auf 15 Jahre soziales Engagement im Königreich Nepal zurückblicken. Sie unterstützt Projekte, die Hilfe zur Selbsthilfe geben sollen: www.nepalhilfe.org


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26.05.2008 12:35:36
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21.05.2012 18:19:53