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Onlinetagebuch: ALPIN Leserreise - Mit Peter Habeler ins Everest-Basecamp

Übernachten auf der Höhe des Mont Blanc

14.05.2008 11:54:56
Samstag war ein eher ruhiger Tag. Nach wenigen Stunden gemächlichen Aufstiegs von Dole erreichen wir bereits gegen Mittag unsere Lodge in Macchermo. Ich nutze die Zeit für einen kleinen Spaziergang zu einem kleinen Krankenhaus, das am oberen Ende des Dorfes liegt.
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Paradiesische Mittagspause: Veronika vor der Lodge, in der wir unseren Mittagstee trinken. Bild: Holger Rupprecht.
Das Hospital ist von weitem nur durch zwei rote Kreuze auf dem grünen Wellblechdach als solches zu erkennen. Es wird betrieben von jungen Medizinern aus westlichen Industrienationen, die für jeweils mehrere Monate nach Machhermo kommen, um dort unentgeltlich Trekkern und vor allem einheimischen Trägern zu helfen, die unter verschiedenen Symptomen der Höhenkrankheit leiden.

Es ist ein Irrglaube, erklärt uns Diana aus Schottland während eines kleinen Vortrages im Inneren des flachen Bauwerks, dass die Mitglieder der einheimischen Begleitmannschaften durch die Bank vor den Gefahren der Höhe gefeit seien. Vielmehr sei es so, erzählt die symphatische junge Ärztin weiter, dass viele Träger aus niederen Regionen Nepals in den Himalaya kämen, um dort als Träger der Trekking-Reisenden Geld zu verdienen.


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Diese Nepali seien die großen Höhen weniger gewohnt als der durchschnittliche Bergfreund aus Bayern oder Tirol. Die oftmalige Folge: Hirn- oder Lungenödeme. Eine adäquate medizinische Behandlung oder gar einen schnellen Abransport in niedere Lagen per Hubschrauber können sich die Nepali bei einem Tagesgehalt von 500 bis 600 Rupies (etwa fünf bis sechs Euro) nicht leisten. Hier springt das idealistische junge Ärzteteam aus dem Hospital von Machhermo ein. Hier wird jedem bestmöglich geholfen. Ohne Ausnahme.

Ich bin beeindruckt und lasse mir gerne für einen kleinen Obulus meinen Puls und die Sättigung des Blutes mit Sauerstoff messen. Alles im grünen Bereich. Ich werde die Hilfe des Ärzteteams scheinbar nicht in Anspruch nehmen müssen.

An dieser Stelle sei gesagt, dass die Mitglieder unserer Begleitmannschaft, wie auf Trekking-Reisen von Hauser Expeditionen nach Nepal üblich, während der Zeit unserer Tour krankenversichert sind.

Tags darauf wandern wir weiter von Macchermo zur Gokyo Alm. Bald erreichen wir mit Pangka (4.450 m) die letzte ganzjährig bewohnte Siedlung auf unserer Route. Wenig später queren wir über eine Brücke den reißenden Bach und wandern vorbei an zwei tiefblauen Seen sanft ansteigend bis zur Alm Gokyo (4.750 m). Wir befinden uns nun fast auf der Höhe des Mont Blanc. Schwierige Bedingungen für einen ruhigen Schlaf.

Am Nachmittag setzt erstmals während unserer Tour leichter Schneefall ein und nach einiger Zeit sind die Wiesen und Gebäude des kleinen Weilers mit einer wenigen Zentimeter hohen Schicht Neuschnee überzogen. Ich sitze windgeschützt ein wenig oberhalb des Dorfes hinter einem großen Stein und zähle, was ich sehe: 21 Yaks, 13 Häuser, 2 Menschen, 1 See. Nebelschwaden wabern durch die Szenerie. Der See liegt ganz still da. Zu hören sind nur die Glocken der Yaks und ein leichtes Säuseln des Windes. Ein Ort am Ende der Welt. Weit genug weg, um zu sich zu kommen. Still genug, um nach innen zu hören, seine Seele zu spüren. Welcome to Nepal, welcome to Himalya. I've just arrived.

Text: Holger Rupprecht


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Alle Artikel des Online-Tagebuchs der Everest-Exkursion bis zu diesem Tag:
Fotogalerie früherer Hauser-Trekkintouren zum höchsten Berg der Welt: Klicken Sie auf das Bild oder auf diesen Link.

Weitere Informationen:

Seit 1990 unterstützt Hauser aktiv die Sir Edmund Hillary Stiftung Deutschland durch großzügige Spenden für Infrastruktur-Projekte in Nepal. www.sir-edmund-hillary-stiftung-deutschland-ev.de

Der Nepalhilfe Beilngries kann auf 15 Jahre soziales Engagement im Königreich Nepal zurückblicken. Sie unterstützt Projekte, die Hilfe zur Selbsthilfe geben sollen: www.nepalhilfe.org


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14.05.2008 11:54:56
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21.05.2012 18:13:23