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Zielpunkt: Zams (780 m)
Höhenmeter: Aufstieg 420 Hm, Abstieg 1890 Hm
Gehzeit: ca. 7 Stunden
Tourenverlauf: 1 Std. Aufstieg zur Seescharte (2600 m). 5 Std. Abstieg durch das Lochbachtal bis Zams (780 m) bei Landeck im Inntal.
Dass nicht nur ich und einige weitere angeschlagene Mitglieder unserer Gruppe mit Knieproblemen zu kämpfen haben, sondern dass dies unter E-5-Wanderern nach dem Härtetest von der Seescharte hinab ins Inntal recht häufig vorzukommen scheint, zeigen die Apotheken ins Zams, die in ihren Schaufenstern diverse Sportsalben und andere schmerzstillende Präparate anpreisen, die den "Knieschnaggler" möglichst schnell beheben helfen sollen.
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Die Teilnehmer der ALPIN Leserreise Oberstdorf-Meran
Was mich an meiner Fitness zweifeln lässt, ist die Tatsache, dass es vielen anderen in unserer Gruppe anscheinend gelungen ist, den Gewaltmarsch ohne größere Blessuren hinter sich zu bringen. Einige wie etwa Kurt oder Martin haben ihren 60 Geburtstag schon vor einigen Jahren gefeiert und Otto, unser ältester ALPIN-Wanderer, bringt es gar bereits auf 71 Lenze. Chapeau, Otto! In diesem Alter noch zu so einer Leistung in der Lage zu sein, nötigt mir allergrößten Respekt ab.
Der Reihe nach: Der Tag beginnt mit dem Aufstieg von der Memminger Hütte zur engen Seescharte (ca. 2600m), von der aus wir einen fantastischen Ausblick ins Inntal und auf die gegenüberliegende Silberspitze genießen. Von nun an geht's langsam aber stetig im wunderschönen Lochbachtal bergab.
Gegen Mittag erreichen wir die Unterlochalm, wo uns eine durchaus ungewöhnliche Kleinfamilie herzlich in Empfang nimmt und uns reichlich mit Udos Spezialdiät versorgt. Wolfgang und Freundin Notburga bewirtschaften die Hütte jedes Jahr während der Monate Juli und August. Seit einer schweren Krankheit von Notburgas Schwester gehört auch deren Sohn, der 13-jährige Emanuel, mit dazu. Hündin Senta komplettiert das Familienunternehmen.
Emanuel, 13 Jahre alt, fleißiger Helfer auf der Unterlochalm.
Wie bereits bei Gabi und Martin, dem Pächterehepaar auf der Kemptner Hütte und auch bei Manuel, dem Chef der Memminger Hütte, habe ich auch hier den Eindruck, auf Menschen zu treffen, die trotz eines harten, entbehrungsreichen und arbeitsintensiven Lebens mit ihrer Existenz rundherum zufrieden sind. Mal ehrlich, wer von uns "Stadt-Menschen" kann das schon von sich behaupten?
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Die Teilnehmer der ALPIN Leserreise Oberstdorf-Meran
Vielleicht neige ich zu einer romantisierten Sichtweise, vielleicht steckt hinter der ausgestrahlten Zufriedenheit einiges an verborgenem Leid. Aber ich kann mir nicht vorstellen, mich so zu täuschen. Emanuel jedenfalls, so verrät er mir freudestrahlend, möchte in seinem Leben nichts anderes machen, als "seine" Alm zu bewirtschaften.
Abstieg in sengender Hitze durch die Schlucht des Lochbachtals.
Dennoch ist jeder froh, als wir gegen 17:30 unser Ziel, den Gasthof Thurner in Zams erreichen. Eine kalte Dusche und ein warmes Essen und schon sind die meisten wieder in bestem Zustand.
Auch ich werde mich hoffentlich mit Hilfe von Blasenpflastern, Sportsalbe und After-Sun-Creme sowie einer Mütze Schlaf wieder "renovieren", so dass ich morgen bei der Etappe von Zams zur Braunschweiger Hütte mit Otto, dem 71-jährigen Senior unserer Gruppe werde mithalten können.
Holger Rupprecht
Weitere Artikel:
Der 1. Tag: Von Oberstdorf zur Kemptner Hütte
Der 2. Tag: Von der Kemptner zur Memminger Hütte
Weitere Informationen:
www.alpinschule.de
Memminger Hütte
www.zams.at
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