WLAN am Kaminfeuer, drei Gänge zum Abendessen, Übernachten im Doppelzimmer im Landhaus-Chic – wie viel Luxus braucht es auf der Hütte?

"Bis vor einigen Jahren ist ein sehr viel geringerer Teil der Menschen auf Hütten gegangen – und zwar die sehr alpinerfahrenen. Jetzt ist das Publikum viel breiter. Das ist ja auch das Ziel der Hütten und der Alpenvereine. Und die Leute haben natürlich einen anderen Anspruch", berichtet Petra Maier, die zusammen mit Thomas Meyer die Medelserhütte (2500 m) in Graubünden bewirtschaftet.

- Anzeige -

Offenbar steigen die Wünsche in gleichem Maße, in dem die Entfernung zur Hütte sinkt. "In unserem ersten Winter auf der Medelserhütte hatten wir noch kein fließendes Wasser, Duschen sowieso nicht, die WCs waren einfache Plumps-Klos. Aber von den Gästen, die gekommen sind, gab es keine Beschwerden", erzählt Thomas.

Thomas Meyer und Petra Maier, die ehemaligen Hüttenwirte der Gufferthütte. Aktuell bewirtschaften die beiden die Medelserhütte.

| © Dirk Steuerwald

Kommentar einer Nutzerin auf Facebook.

- Anzeige -

Die tausend Meter tiefer gelegene Gufferthütte in Tirol, die über den Forstweg auch mit dem Kinderwagen erreichbar ist, gilt dagegen als Einsteigerhütte für Bergneulinge, vorwiegend aus Oberbayern und dem Münchner Raum. 

Kommentar eines Nutzers auf Facebook.

"Bestimmt jedes Wochenende hat sich einer der Gäste beschwert, dass es kein Frühstücksei gibt", erinnert sich Thomas an seine Zeit als Pächter der Hütte. Zudem seien die Zweibettzimmer immer als erste ausgebucht gewesen, ins Lager hätten die wenigsten gewollt.

Ganz unschuldig sind aber auch die Hüttenwirte nicht an der massiv gestiegenen Erwartungshaltung. Die Alpen sind eben nicht nur bewahrenswerter Natur-, Schutz- und Kulturraum, sondern auch Wirtschaftszone. Regionen, Alpenvereine und Hüttenbetreiber buhlen um Aufmerksamkeit, am liebsten mit Angeboten, die die Konkurrenz nicht hat.

So locken sie auch Menschen in die Berge, die weniger nach naturnahem Bergsport suchen, als vielmehr nach einer komfortablen und sorglosen Erholungsmöglichkeit mit Erlebnisfaktor. Warum auch nicht? Die Berge sind schließlich für alle da.

"Die Hüttenwirte stehen ja auch in Konkurrenz zueinander. Jeder versucht, im Service vielleicht ein kleines Stück besser zu sein als die anderen. Und so dreht sich die Spirale ständig weiter nach oben zu mehr Luxus und mehr Komfort“, findet Thomas Mayer.

Wie viel Luxus braucht es auf der Hütte?

 

Den kompletten Kontrovers-Artikel wie auch die Reportage "(Alb-)Traum: Hüttenwirt" findet Ihr in ALPIN 05/2019.

- Anzeige -

68 Kommentare

Kommentar schreiben
guentervoss64@gmx.de

Ich bin seit einigen Jahren einmal jährlich mit Freunden für ein paar Tage in den Alpen unterwegs, mit Übernachtung auf Hütten. So auch im letzten Jahr in Osttirol. Wir hatten Wochen vorher Übernachtungen reserviert, und eine Absage gibt es bei uns Gott sei Dank nicht. Da müsste schon viel passieren. Allerdings gab es im letzten Jahr die Situation, dass wir zu spät abends auf der Hütte ankommen. Ich habe die Hüttenwirtin per Handy verständigt. Kein Problem. Als wir an der Hütte ankamen, wollten meine Mitwanderer erst mal schön duschen. Daraufhin hat uns die Hüttenchefin in deutlichem Ton angewiesen, dass es jetzt erst mal Essen gäbe, und das Duschen warten kann , das wäre hier nicht das Nötigste. Meine Freunde waren verblüfft, ob dieser strengen Worte, ich habe innerlich gelacht.Und wir hatten einen der schönsten Hüttenabende unserer gemeinsamen Wanderzeit .Und das zusammen mit der wunderbaren Hüttenleiterin auf der wunderbaren Sajathütte. Vielen Dank!

guentervoss64@gmx.de

Ich bin seit einigen Jahren einmal jährlich mit Freunden für ein paar Tage in den Alpen unterwegs, mit Übernachtung auf Hütten. So auch im letzten Jahr in Osttirol. Wir hatten Wochen vorher Übernachtungen reserviert, und eine Absage gibt es bei uns Gott sei Dank nicht. Da müsste schon viel passieren. Allerdings gab es im letzten Jahr die Situation, dass wir zu spät abends auf der Hütte ankommen. Ich habe die Hüttenwirtin per Handy verständigt. Kein Problem. Als wir an der Hütte ankamen, wollten meine Mitwanderer erst mal schön duschen. Daraufhin hat uns die Hüttenchefin in deutlichem Ton angewiesen, dass es jetzt erst mal Essen gäbe, und das Duschen warten kann , das wäre hier nicht das Nötigste. Meine Freunde waren verblüfft, ob dieser strengen Worte, ich habe innerlich gelacht.Und wir hatten einen der schönsten Hüttenabende unserer gemeinsamen Wanderzeit .Und das zusammen mit der wunderbaren Hüttenleiterin auf der wunderbaren Sajathütte. Vielen Dank!

M. Kessler

Gut essen, gut schlafen kann ich nach dem wandern sowieso, luxus heißt ja auch es wird teurer, die Leute, die es sich leisten können /wollen, möchten dann ev.noch mehr verwöhnt werden, muss man sich fragen, ob es darum gehn soll auf den Hütten.

Josef

Ich bin auch für eine "Zwischenlösung" - ein kleines Matratzenlager und dann 4-Bett-Zimmer und warmes Wasser im Waschraum.
Wenn man mehr Luxus möchte, dann sollte man im Tal bleiben oder sich Hütten aussuchen, die jetzt schon "fast keine Hütte" mehr sind.

t-kress

Ich bin für eine Zwischenlösung:

- Matratzenlager sind heutzutage glücklicherweise sehr selten, aber es muss kein 2-Bett-Zimmer sein.
Ein Zimmer mit 4-8 Betten ist für eine Hütte OK

- Dusche
Ich habe gerne auch mal eine warme Dusche und zahle dafür gerne ein paar Euro. I.d.R. kostet das 3-5 Euro und die sollte jeder bereit sein zu zahlen.
Man muss ja nicht jeden Tag duschen ;-)

- WLAN
Seit Ihr verrückt? WLAN hat auf der Hütte Nichts zu suchen.
Handyempfang im Nahbereich der Hütte, damit man sich melden kann ("Bin auf xy-Hütte angekommen") sollte aber schon sein.

creart63

Den ganzen modernen Schnick-Schnack braucht am Berg wirklich kein NORMALER Mensch! Reicht doch schon, dass die neu gebauten Hütten potthäßluch sind-KEIN CHARME- KEIN FLAIR-KEIN GAR NIX! Wer Komfort will, soll daheim bleiben.

Bernhard Aigner

Seid ihr Irre???Was für eine Diskussion???Es reicht,das was wir auf den Hütten haben! Die jenigen die es nicht passt,sollten dann endlich bitte zuhause bleiben.

Lars Steinbrück

Wer Luxus will, der soll im Tal bleiben. Dort oben braucht das kein Mensch.

Tom Fladi

Nein soll urig bleiben.

Nora Rosche

Schön das das viele so sehen, leider ist das nicht die Realität und die Ansprüche steigen ständig von Einfach nur genießen sind die Wanderer heute weit entfernt. Leider.

Seite 1 / 7 Next