Am 16. und 17. November 2018 fand die Hauptversammlung des Deutschen Alpenvereins (DAV) in Bielefeld statt. Etwa 600 Delegierte aus 356 DAV-Sektionen in ganz Deutschland trafen sich, um die Weichen für die Zukunft des Verbandes zu stellen.

Im Anschluss an die Versammlung versendete der DAV eine Pressemeldung, die wir hier in Teilen wiedergeben:

- Anzeige -

Kritische Position des DAV zu E-Mountainbikes

Im Kern stand die Frage: Wie steht der DAV zu den E-Mountainbikes? Mit ihnen komme ein gewaltiger Nutzungsdruck auf die Alpen zu, argumentierten die einen. Die anderen hielten dagegen, dass E-Bikes schwächeren Personen Bergerlebnisse ermöglichten, die sie sonst nicht genießen könnten.

- Anzeige -

DAV-Hauptversammlung: Satte Mehrheit gegen das Aufladen von E-MTB-Akkus auf DAV-Hütten.

Am Schluss der Debatte entschieden sich die Delegierten für eine kritische Haltung des DAV gegenüber Berg-Pedelecs. Deutlich wird diese Haltung in einem Appell, der mit 71 Prozent der abgegebenen Stimmen verabschiedet wurde; der Wortlaut: "Die Hauptversammlung appelliert an die Sektionen, das Aufladen von Akkus auf ihren Hütten zu untersagen."

DAV-Präsident Josef Klenner sehr klar im Amt bestätigt

Zur Hauptversammlung endete die Amtszeit von DAV-Präsident Josef Klenner. Der 68-jährige Westfale stellte sich für weitere vier Jahre zur Wahl – und wurde mit überwältigender Mehrheit (98 Prozent der Stimmen) bestätigt.

Klar im Amt bestätigt: DAV-Präsident Josef Klenner.

| © Nils Nöll

Der digitale Alpenverein wird Wirklichkeit

Der DAV kommt an einer umfassenden Digitalisierung nicht vorbei. Nur so können Kommunikation und Verwaltung effizient ablaufen. Die Hauptversammlung hat deshalb eine Arbeitsgruppe mit der Planung einer IT-Lösung für Sektionen und Bundesverband beauftragt. Eine Projektskizze hat die Arbeitsgruppe am Samstag vorgestellt. Darauf folgte eine zweieinhalbstündige Debatte.

Am Schluss haben mehr als 60 Prozent für die Realisierung des Projekts "alpenverein.digital" gestimmt. Das heißt: Innerhalb der kommenden vier Jahren wird der DAV eine große IT-Lösung aufbauen. Diese umfasst Mitgliederverwaltung, Kursabwicklung, Tourenplanung, Veranstaltungsverwaltung, Ausrüstungsverleih, Websites, Social Media, interne Kommunikation und einige Dinge mehr. 

Für die Mitglieder werden viele Services komfortabler. Zum Beispiel wird jedes Mitglied seine Daten einsehen und bearbeiten können. Und auch für die Sektionen wird vieles einfacher: So werden auch kleine Sektionen ihre digitalen Services auf der Höhe der Zeit anbieten können.

Riedberger Horn und Alpenplan: Das Engagement geht weiter

Im April dieses Jahres hat Markus Söder das Skischaukel-Projekt am Riedberger Horn im Allgäu gestoppt. Die mit dem Skigebietsausbau verbundene Veränderung des Alpenplans soll nun auch zurückgenommen werden. So sieht es eine Passage im Koalitionsvertrag der neuen Staatsregierung vor. 

Für beide Dinge hatte sich der DAV eingesetzt. Insofern sind das gute Nachrichten, denn sie zeigen, dass die Einflussnahme des DAV erfolgreich war. Aber: Mehr als ein Anfang ist das nicht. Vor allem, weil im Koalitionsvertrag nur Absichtserklärungen enthalten sind. 

Deshalb hat die Hauptversammlung mit großer Mehrheit entschieden, die Rücknahme der Änderung des Alpenplans weiterhin zu verfolgen und sicherzustellen, dass diese auch erfolgt. Darüber hinaus hat die Hauptversammlung beschlossen, das geplante Speicherbecken im Skigebiet Grasgehren am Riedberger Horn abzulehnen.

Mit dem DAV-Reis Sport geehrt: Anke Hinrichs.

| © Nils Nöll

Verleihung der DAV-Preise

Der DAV-Preis ging an zwei Preisträger. In der Kategorie "Sport" wurde Anke Hinrichs (DAV-Sektion Oldenburg) für ihre außergewöhnlichen Leistungen im Bergsport und für ihren langjährigen Einsatz bei der Inklusion behinderter Menschen geehrt. Die Preisträgerin lebt seit ihrer Geburt mit einer spastischen Lähmung sowie mit Koordinations- und Gleichgewichtsstörungen. Bei der Preisverleihung sagte sie: "Inklusion kann nur gelingen, wenn beide Seiten aufeinander zugehen! Bei der Jugend des Deutschen Alpenvereins und beim Deutschen Alpenverein habe ich erlebt, wie gut das funktioniert."

In der Kategorie "Ehrenamt" hat sich die Jury für Klaus Umbach (DAV Bochum) entschieden. Er wurde für sein langjähriges und leidenschaftliches Engagement in der Jugend- und Familienarbeit des DAV geehrt.

- Anzeige -

7 Kommentare

Kommentar schreiben
Hohlbirne

A E-Bike is der größte Quatsche...

Robby681

Freie Fahrt für das MTB. Natürlich mit Rücksicht auf die Wanderer und zwar auf allen Wegen. Oder haben die Wanderer die Wege selbst angelegt? ?? Das Motorbetriebene Fahrzeuge in den Bergen nix zu suchen haben versteht sich von selbst. Vergleiche mit Pistentourengeher oder Plasir Kletterer hinken schon ein wenig, denn beide kommen, meines Wissens, (noch) ohne Motor aus... In diesem Sinne, Berg Heil

Weigel, Klaus

Grundsätzlich meine ich, dass nur der mit seinem Bike in den Alpen fahren darf, der das Gefährt auch beherrscht, und er sollte keine Wanderwege benutzen. Diese sollten ausschließlich den Wanderern vorbehalten sein.

Alfred Schneider

Wer den E-Biker nicht am Berg haben will soll bitte auch dafür kämpfen, dass Pistenskitouren verboten werden. Wer es nicht schafft ohne natürlichen Schnee heraufzugehen oder im Gelände nicht runterkommt hat in den Bergen nichts zu suchen. Oder zwandsweise Schließung von Liften die zu DAV-Hütten führen. Gibt bestimmt noch mehr Beispiele....
>ironie off<

Michi

Das Berg-Pedelec öffnet die Tür zur Motorisierung der Wanderwege. Wenn ich mit einem Rad mit 250W Motor dort fahren darf wieso nicht auch mit einem 500W Motor? Oder 5kW? Oder der Elektro-Enduro?

Anette

Ich sehe das wie Fredi: Die E-Bike Fahrer werden nicht zu stoppen sein. Wir leben in einer immer älter werdenden Gesellschaft und auch in einer immer wohlhabenderen. Das E-Bike ermöglichst Bergtouren, die ohne Elektroantrieb nicht möglich wären und das wird genutzt.
Wichtig erscheint mir die beharrliche Aufklärung über die Gefahren der Selbstüberforderung, denn es wird auch mehr Unfälle geben und der stetige Appel an Rücksichtnahme gegenüber anderen Menschen, Tieren und der sensiblen Natur in den Bergen.

Fredi

Servus Beinand, wenn ich hier manche Kommentare lese, meine ich, dass ich im verkehrten Film bzw. Verein bin.
E-Biker nur auf Forstautobahnen ab 2,50m , oder gar nur unten im Tal, und, und ...!!
Der "Normalo-Biker" darf sein Rad bis zum Gipfel fahren bzw. tragen, fährt durch Naturschutzgebiete, läßt Weidezäune offen.
Wieso müssen denn immer mehr Schilder auf Steigen aufgestellt werden, "Radfahren verboten" ?? Bestimmt nicht nur für eine Großzahl von E-Bikern.
Ich komme aus der Almwirtschaft und weis daher genau, wovon ich spreche.
Das wir insgesamt in den Alpen mit der immer steigenden Menge von
Wanderer, Radfahrer, Gleitschirmer, Kletterer, usw. große Probleme bekommen, dürfte mittlerweile jedem klar sein.
Aber kann oder darf ich damit bestimmte Sportarten diskriminieren ?
Das gesamte Problem ist nur insoweit etwas zu entschärfen, indem die Vernunft und der faire Umgang zur Natur und zu meinem Mitmenschen besser wird, dass gilt ausnahmslos für ALLE, die sich in den Alpen bewegen.
Und eins dürfte dem DAV auch klar sein, die E-Biker werden unaufhaltsam die absolute Mehrzahl werden, ihr werdet es nicht aufhalten können.
Es gibt Gott sei Dank eine Großzahl von Mitmenschen, die wissen, dass sie mit Respekt und Achtung der Natur und ihren Mitmenschen begegnen sollen.