Wir wollten von Euch wissen, ob Ihr einen autonomen Pendelbus für Bergsteiger nutzen würdet?

Mit dem Öffentlichem Personennahverkehr, also mit Bus und Bahn, ins Gebirge zu kommen, ist kein Ding der Unmöglichkeit. Dazu gibt es in einigen Regionen schon länger eigene Bergsteiger-Busse. Im Bergsteigerdorf Kreuth zum Beispiel.

- Anzeige -

Dort pendelt so ein Bus von Kreuth nach Achenkirch in Tirol. Im Raum Bad Tölz verkehrt der Bergsteigerbus 9569 in die Eng ins Karwendel und in der Gemeinde Bad Hindelang pendelt ein Bus von Hinterstein zum Giebelhaus.

Doch natürlich sind alle diese Linien kosten intensiv. Personal und Diesel wollen bezahlt werden. Weshalb sie auch nicht noch häufiger verkehren. Abhilfe könnte hier das Thema autonomes Fahren schaffen. Denn die Kosten für ein fahrerloses, elektrisch betriebenes Verkehrsmittel sind sehr gering.

- Anzeige -

Dehalb gibt es im Landkreis Oberallgäu nun seit diesem Jahr ein Interreg-Kleinprojekt. Zusammen mit der Uni Innsbruck, der Hochschule Kempten sowie den Orten Oberstdorf und Bad Hindelang wird dort eine Studie zum elektrischen, autonomen Fahren erstellt.

Dafür wurden zwei Strecken virtuell per Kamerafahrzeug erfasst: Bad Hindelang – Hinterstein und Bahnhof Oberstdorf – Birgsau.

Mit den gesammelten Daten können diese Strecken nun am Computer simuliert werden. Außerdem lassen sich Hindernisse und sonstige Parameter anpassen und Fahrzeuge virtuell testen.

Sollte die Studie zu positiven Ergebnissenführen, könnten andere Strecken nachziehen. Das wäre die Basis für einen Bergsteiger-Bus der Zukunft. Fahrerlos und elektrisch.

Ohne Fahrer in die Berge? Das Ergebnis unserer Umfrage

Wir hatten Euch gefragt, ob Ihr einen einen autonomen Pendelbus für Bergsteiger nutzen würdet? Oder bevorzugt Ihr die Möglichkeit, lieber selbst und flexibel mit dem eigenen (Kraft-)Fahrzeug zum Ausgangspunkt Eurer Bergsport-Unternehmungen anzureisen? 

So habt Ihr abgestimmt: 

Eine deutliche Mehrheit unserer User sieht die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln, ob autonom gesteuert oder nicht, offenbar eher skeptisch: Nahezu 46 Prozent setzen auf das Auto (oder Motorrad), um zum Ausgangspunkt ihrer Touren zu kommen.

Immerhin gut 33% von Euch zeigt sich dem "Experiment" autonomer Pendelbus aufgeschlossen gegenüber - und würde ihn auch regelmäßig nutzen. Rund 22 Prozent sagt von sich, eh schon umweltfreundlich mit Bus oder Bahn unterwegs zu sein, ob mit oder ohne Fahrer, spielt für sie keine Rolle.

Sämtliche abgegebenen Kommentare findet Ihr - wie immer - unterhalb des Artikels. Hier eine redigierte Auswahl:

Mandy: Ich habe leider kein Vertrauen in fahrerlose Transportmittel und hätte gerade in den Bergen eher Schiss mit so einem Bus mitzufahren; das liegt aber vielleicht auch am Alter, unsere Kinder und Enkel sehen dies wahrscheinlich gelassener.

Bernd: Ich würde mich freuen, wenn die Busse dann öfter fahren und vor allem zu Zeiten, die dann auch für Bergsteiger geeignet sind.

Klaus: Ich finde die Idee gut. Sie muss nur noch entsprechend ausreifen.

- Anzeige -

15 Kommentare

Kommentar schreiben
Klaus Weigel

Ich finde die Idee gut. Sie muss nur noch entsprechend ausreifen.

Wolfgang

Ich finde die Idee eines elektrischen Pendelbusses für Bergsteiger zu den Ausgangspunkten von Bergtouren perfekt - aber bitte NUR mit Fahrer.

olliS.

Die nächste Stufe Transformation, der Mensch entmündigt sich entgültig. Wollen wir wirklich eine Welt der Maschinen, der Algorithmen, der absoluten Effiziens ? Welche Aufgaben bleiben für uns Menschen, wo bleibt das menschliche ? Ein Rechner der uns von A nach B bringt mag pragmatisch keine so falsche Lösung sein, nur wird der Mensch der den Bus einst fuhr diesen Bus eben nicht mehr fahren können. Er fuhr den Bus nicht zum Spaß, sondern weil er damit sein Kind, seine Frau und sich ernähren konnte. Natürlich wird er bestimmt eine neue Aufgabe finden, vielleicht als Programierer oder CEO eines börsennotierten Unternehmens.
Und: zuerst ersetzen wir den Busfahrer, dann den Lokfahrer, Piloten und zum Schluss den Fahrgast selbst. olli Schneider

Anonymer User via Voting-Tool

Bei der Planung und Durchführung von anspruchsvollen Bergtouren ist ein hohes Mass an Flexibilität gefragt. So lange ein Bus nicht im 20 min Takt ab 6 Uhr morgens im Allgäu bzw. Bei hohen Bergen ab 4 Uhr morgens pendelt bringt es nichts für den ambitionierten Bergsteiger. Beim wandern sieht das ganze aber anders aus.

Heinz Buchmann

Da gibt es doch wieder sehr wenig an vorgegebene Antworten. Wird aber auch dem Anspruch auf Umweltschutz nicht gerecht. Wer mit dieser Überschrift und dem Text " Kosten Personal ... " titelt, schreibt m.E. an der Problematik vorbei. Autonomes Busfahren in den Bergen wird unsere Umwelt nicht retten - hier benötigen wir deutlich mehr, u.a. ein Umdenken bei uns Bergsteigern, da schließe ich mich gerne mit ein.

MandySchuster

Ich habe leider kein Vertrauen in fahrerlose Transportmittel und hätte gerade in den Bergen eher Schiss mit so einem Bus mit zu fahren, das liegt aber vielleicht auch am Alter, unsere Kinder und Enkel sehen dies wahrscheinlich gelassener.
Das Geld könnte m. M. nach aber auch sinnvoller verwendet werden, z. B. in die umweltfreundliche Umrüstung des ÖNV.

Anonymer User via Voting-Tool

Menschen wie ich, die die Berge lieben, sind m. E. eher Individualisten. Ich möchte vor Ort ganz nach Stimmung und Laune aber auch im Hinblick auf die Wetterverhältnisse spontan entscheiden. Ob nun spektakulär bzw. "must have" oder auch mal der einfache Wanderweg ist mir dabei nicht so wichtig. Die Verbundenheit mit der Natur lässt sich nicht durch Lenkung der Massen erzwingen, schon gar nicht wenn ich auf Gedeih und Verderb auf eine "Maschine" vertrauen muss.

Bernd

Ich würde mich freuen wenn die Busse dann öfter fahren und vor allem zu Zeiten die dann auch für Bergsteiger geeignet sind (früher Start und Zeit für eine lange Tour).

Anonymer User via Voting-Tool

ziemlich utopisch

Anonymer User via Voting-Tool

Mit Sicherheit ein interessanter Ansatz, wenn man auch gleich über die Antriebsart des autonomen Verkehrsmittels nachdenkt -kein Diesel!- und sich auch um mögliche Bezahlwege (Fahrkarten) kümmert. Oftmals ist der ÖPNV keine Option in den Bergen, da er nur zu gewissen Uhrzeiten gut funktioniert. Besonders frühe oder späte Abfahrzeiten sind idR Mangelware, im Besonderen vor oder nach der Hauptsaison. Vielleicht geht das ja auch dann auf Abruf „on demand“. Beispiel: Ich habe schon unnötige Zwischenübernachtungen auf Hütten vornehmen müssen, da ich nach erfolgtem Hütten-Abstieg keine ÖPNV-Verbindung mehr angetroffen hätte, die mich zum Ausgangspunkt zurückgebracht hätte (anderes Tal).

Seite 1 / 2 Next