Wir wollten von Euch wissen, wie die Zukunft des Berg-Tourismus aussehen könnte. Bis einschließlich 18. Juni konntet Ihr mitdiskutieren.

Der Skigebietszusammenschluss am Riedberger Horn im Allgäu ist vom Tisch – dafür hat der Freistaat den betroffenen Gemeinden rund 20 Millionen Euro Förderung für die Sanierung der bestehenden Liftanlagen und für ein neues, naturnahes Tourismuskonzept versprochen. Ein wesentliches Element darin ist das geplante "Zentrum Naturerlebnis Alpin" – vergleichbar dem "Haus der Berge" im Nationalpark Berchtesgaden.

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Beschlossene Sache bleibt jedoch die Änderung des Alpenplans. Und genau das kritisieren Umweltschützer– trotz ihres Teilerfolgs am Riedberger Horn. Sie finden, es werden zu viele Baumaßnahmen in sensiblen Bereichen genehmigt. Nicht nur in Bayern, sondern alpenweit. Der Flächenbedarf in den Bergen steigt stetig, denn immer mehr Menschen strömen auch im Sommer Jahr für Jahr ins Gebirge.

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Darauf gibt die "Bayerische Alpenstrategie" der Regierung nicht die richtigen Antworten, meinen die Kritiker: Die Internationale Alpenschutzkommission CIPRA nennt die Strategie gar eine "Ausbau- und Erschließungsoffensive" und fordert nachhaltige Tourismuskonzepte.

Das sieht man auch beim Deutschen Alpenverein so. "Für viele Orte und Regionen ist der sanfte Tourismus die Zukunft: Naturbelassenheit ist das Kapital der nächsten Generationen! Ein gesundes Nebeneinander aus Nutzen und Schützen ist für eine nachhaltige Entwicklung des Alpenraums angesagt. Dafür braucht es fundierte Raumordnungsgesetze, die Politik wie Wirtschaft ausnahmslos respektieren – wie zum Beispiel den Alpenplan in Bayern", so Dr. Tobias Hipp, Klimaexperte und Umweltschutzbeauftragter des DAV.

Für Günther Oberhauser, Geschäftsführer der Skilifte Warth GmbH & Co KG sowie der Tourismusbetriebe Warth Holding GmbH, steht fest, dass "Zusammenschlüsse von Skigebieten, Nachhaltigkeit und Umweltschutz" keine Begriffe sind, "die sich gegenseitig ausschließen". 

"Die Einkommens- und daraus resultierenden Existenzmöglichkeiten von Menschen, die in alpinen Regionen leben, haben sich in den letzten Jahrzehnten radikal verändert. Genauso unterliegt das Freizeitverhalten von Menschen einem massiven Wandel. Qualitative Verbesserungen von Skigebieten sichern dabei das touristische Angebot. Dazu zählt auch die Größe des Skigebietes – unter anderem eines der wesentlichen Urlaubsentscheidungskriterien unserer Gäste! Sinnvolle Skigebietszusammenschlüsse sichern also Arbeitsplätze in den Alpen und leisten einen bedeutenden Beitrag zur Angebotsgestaltung von Orten, ja sogarvon ganzen Talschaften", ist sich Oberhauser sicher.

Hier das Ergebnis unserer Umfrage!

Wie soll der Berg-Tourismus in Zukunft aussehen? Soll auch weiterhin Seilbahn-Infrastruktur gefördert werden – ebenso wie Beschneiungsanlagen? Haben Arbeitsplätze Priorität oder zählt der reine Naturerhalt? Und wie garantieren wir, dass auch zukünftige Generationen noch intakte Bergwelt vorfinden?

Wir wollten von Euch wissen, wie Eure Meinung zu dem Thema Berg-Toursimus ist. Das Ergebnis unserer Umfrage ist diesmal ziemlich eindeutig ausgefallen: Nur rund fünf Prozent unserer User finden es gut, dass der Freistaat Bayern die touristische Infrastruktur fördert (und evtl. weiter ausbaut).

Die überwiegende Mehrheit von Euch unterschreibt hingegen die Aussage, dass Staatsregierung und Gemeinden mehr den sanften Bergtourismus unterstützen sollten.

Auch zum Thema Bergtourismus haben uns wieder sehr viele User-Kommentare erreicht, die Ihr alle ungekürzt unter dem Artikel findet. Hier eine redigierte Auswahl:

Katharina: Tourismus ist die wichtigste Branche im Alpenraum. Ohne Tourismus wären viele Täler heute verlassen. Natürlich ist auch Naturschutz wichtig: Gerade die Schönheit der Natur in den Alpen ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für den Tourismus. Nichtsdestotrotz sind auch gut ausgebaute Skigebiete wichtig für den Tourismus. Auch Alternativen zum Skitourismus müssen weiterentwickelt werden.

Bert: Bitte keine weiteren Neuerschliessungen Im Alpenraum! Die Berge sind kein Ort für Bespaßungen für gelangweilte Touristen. Die Wahrung des ursprünglichen und natürlichen Naturraumes sollte an aller erster Stelle von Gemeinden, Ministerien, Regierung und Verbänden stehen.

Klaus: Ich finde, dass genug Seilbahnen existieren. Vorhandene Wanderwege sollten erhalten werden. Schlecht finde ich den Bau von Beschneiungsanlagen in Gebieten, in denen sonst kaum noch Wintersport möglich ist.

Michi: In den Alpen gibt es genügend Lifte und Bahnen. Es können gerne bestehende Bahnen und Lifte saniert und vergrößert werden. Aber es sollten keine neuen Gebiete erschlossen werden.

Hubert: Es muss endlich einmal die Stopp-Taste gedrückt werden, damit unsere nachkommenden Generationen auch noch eine halbwegs intakte Natur vorfinden! Immer mehr Lifte, immer mehr Betten - raus aus dem Hamsterrad, raus aus dem Teufelskreis!

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43 Kommentare

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User über Umfrage-Tool

Bestehendes Optimieren und Sanieren, um die Massen zu kanalisieren. Keine Neuerschließungen.

User über Umfrage-Tool

Eine Förderung der Skigebiete ja Aber nur bestehende Anlagen ausbauen und nicht neue Erweiterungen.

User über Umfrage-Tool

Ich bin für einen schonenden Umgang mit der Natur. Auch Anlagen, die nicht mehr benutzt werden, sollten konsequent, incl. der Fundamente und ggf. Straßen, zurückgebaut werden müssen.

Rainer Wölfl

Ich denke das es ein fauler Kompromiss ist.20 Millionen für 10 Jahre und dann? Nochmals soviel oder doch die Schischaukel ? Meine Meinung.... Wahlprobaganda.

Wigbert

Lasst die Natur, so wie sie ist, der Mensch hat sie schon genug geschädigt

Klaus Weigel

Ich finde, dass genug Seilbahnen existieren. Vorhandene Wanderwege sollten erhalten werden. Schlecht finde ich den Bau von Beschneiungsanlagen in Gebieten, in denen sonst kaum noch Wintersport möglich ist.

User über Umfrage-Tool

Es ist sicherlich nicht verkehrt, dass es die ein oder andere Bergbahn gibt. Ermöglicht sie Personen die nicht so gut zu Fuß sind (Alter, Behinderung, Krankheit) ein Bergerlebnis. Aber es ist auch gut, dass es Berge gibt, die ohne Bergbahn auskommen. Eine Erschließung der Berge mit "Rießen-Spielplätzen" wie z.B.: am Blomberg bei Bad Tölz finde ich einfach nur grußelig.

Franz Kinnigkeit

Die Alpen sind für mich ein Ort der Erholung und Ruhe. Trendsportarten im Sommer wie Winter bringen Unruhe und viele Leute in die Berge. Ich bin viel unterwegs und treffe auch viele Leute in den Bergen. Leider habe ich immer öfter das Gefühl, dass die Ausrüstung, die Kleidung und "der Gipfel" auf Fb oder Whattsapp das Wichtigste sind. Für mich eine falsche Entwicklung.

Katharina Plötz

Tourismus ist die wichtigste Branche im Alpenraum. Ohne Tourismus wären viele Täler heute verlassen. Natürlich ist auch Naturschutz wichtig: Gerade die Schönheit der Natur in den Alpen ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für den Tourismus. Nichtsdestotrotz sind auch gut ausgebaute Skigebiete wichtig für den Tourismus. Auch Alternativen zum skitourismus müssen weiterentwickelt werden.

Edith Hajek

Man braucht im Winter auf jedem Berg keine Seilbahn, Man sollte sich mehr auf wandern konzentrieren, und vielleicht mehr Hütten auch im Winter aufmachen

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