Immer mehr Berghütten werden modernisiert oder komplett neu aufgebaut. Der richtige Weg? Wie viel Luxus braucht Ihr in den Bergen? Hier das Ergebnis unserer Umfrage.

Der Bergsport boomt. Alpine Freizeitgestaltung wird immer mehr Breitensport. Als Konsequenz passen sich die ehemals rustikalen Selbstversorgerhütten den modernen und luxusverwöhnten Ansprüchen des neuen Klientels an.

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Derzeit sorgt ein Video der Sendung "Quer" vor allem in den Sozialen Medien für Aufsehen. Darin beleuchtet ein Kamerateam des Bayrischen Rundfunks den technischen Wandel auf Berghütten.

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Durch die steigende Zahl der Touristen, werden immer mehr alte Hütten durch moderne Luxusbauwerke ersetzt, die den Besuchern Handyempfang, WLAN, fließend warmes Wasser und Speisen aus einer Gourmet-Küche bieten. Die Meinungen zu dieser Entwickung gehen dabei weit auseinander.

Das ist das Ergebnis unserer Umfrage

Uns hat interessiert, wie viel Luxus Ihr in den Bergen benötigt. Mögt Ihr es lieber ursprünglich und rustikal, könnt auf Annehmlichkeiten wie Warmwasser, Zweibettzimmer oder eine opulente Speisekarte durchaus verzichten? Oder seid Ihr der Meinung, dass auch Hütten mit der Zeit gehen sollten, also WLAN, Handyempfang und eine Dusche inzwischen zum Standard gehören? 

Die Resonanz auf unsere Umfrage war schlicht überwältigend. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle, die abgestimmt und /oder einen Kommentar abgegeben haben!

Zweidrittel von Euch können die Losung "je einfacher, desto besser" im Bezug auf Hütten unterschreiben. 24 Prozent gaben an, auch in den Bergen nicht auf "Luxus" wie fließend warmes Wasser oder eine Dusche verzichten zu wollen. Und etwas über 4% von Euch sind der Ansicht, dass bestimmte "Segnungen" unserer Zeit einfach Standard auf Hütten sein sollten.

Das Ergebnis unserer Umfrage.

| © www.alpin.de

Zu dem Thema wurden ausgesprochen viele Kommentare abgegeben, die Ihr ungekürzt unter dem Artikel findet. Hier eine redigierte Auswahl:

Trude: Ich bin seit 50 Jahren leidenschaftliche Bergsteigerin. Schade, dass die Hütten den ursprünglichen Sinn verloren haben. Sie dienen lediglich als Unterkunft, dafür sollte man dankbar sein. Ich liebe die Einfachheit, die Natur ist selbst beeindruckend genug, ohne extra supermoderne Hütten mit Animation, Wellness und sonstigem Unnützen. Komfort habe ich eh daheim genug. Warum nicht manchmal darauf verzichten? "Zurück zur Bescheidenheit und Dankbarkeit für die herrliche Natur, von Gott geschaffen, in der ich mich bewegen und das Schöne bewundern kann", das ist mein persönliches Motto. Ich besuche am liebsten einfache, urige Hütten mit einem einfachen Essen auf der Alm.

Tibor: Eine Hütte mit Luxus nennt man Hotel. Hotels haben in den Bergen nichts zu suchen. Ich habe in den letzten Jahren viele "Hütten" besucht, aber erinnere mich nur noch an eine, die den Name wirklich verdient: die Herzerhütte in Fölzalm (Hochschwab). Einfach, freundlich und lieb. Eine Schande, dass es kaum solche mehr gibt.

Petra Lillich: Auf eine Dusche mit wenigstens lauwarmem Wasser möchte ich ungern verzichten, das geb ich ehrlich zu. Aber ich brauche kein WLAN, kein Handy, keinen TV, keine Musikberieselung, also generell keinen Strom. 

Peter Weyrich: Ich brauch kein Luxus auf einer Hütte. Solange ein Dach über dem Kopf ist, reicht mir das vollkommen. Wenn's dann noch was Warmes zu essen gibt, bin ich wunschlos glücklich. So eine Hüttentour sollte ja immer noch ein "Abenteuer" bleiben, wenn es da alles gibt wie im Tal, ist es doch witzlos. 

Benedikt: Hüttenübernachtungen sind dafür da um an die weiter entfernten Ziele in den Bergen zu kommen. Wenn ich Wellness benötige, finde ich im Tal genügend Möglichkeiten, dann steig jeden Tag auf und wieder ab. Berghütten sollen weiterhin Schutzhütten bleiben und sie sollen nicht versuchen, sich als Berghotels neu zu positionieren. Ein Aufenthalt soll angenehm mit Essen, Trinken und Schlafen (2-Bett bis Lager) ermöglicht werden. Ab Dusche aufwärts fängt der unnötige Luxus an, der am Berg nicht benötigt wird. Man ist ja keine Woche oder länger auf der Hütte.

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208 Kommentare

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Bruno Kohl

Liebe Freunde der Berge und unserer Alpen! Wenn wir die Natur im hochalpinen Bereich unseren Kindern erhalten wollen, dann müssen wir die Hütten so gestalten, dass es umweltverträglich zugeht. Die Wasserversorgung und vor allem die Abwasserentsorgung kann nicht mehr über den "Hausbach" erfolgen. Wenn es möglich ist, vor Ort die Energie zu erzeugen und maximal auszunutzen, dann ist gegen einen Trockenraum mit Schuhtrockner, warmes Wasser für die Küche und die Gäste nichts einzuwenden. Ob ich Dusche oder mein Mobiltelefon benutze mache ich immer vom Bedarf, sowohl im Tal als im Hochgebirge abhängig. Die Anforderungen an die Hygiene sind auf den Bergen die gleichen wie im Tal. Keiner will mit einem Virus oder mit Ungeziefer nach Hause kommen. Dies alles erzeugt neben einer vernünftigen Bezahlung der Mitarbeiter Kosten. Entweder Ihr geht alleine und nützt weder Hütten noch Wege oder Ihr benutzt die Infrastruktur und seit weitgehend umweltgerecht unterwegs.

Ruth

Gemütlich , sauber und einfach... so wünsche ich mir die Hütte.

Markus

Ich gehe seit 15 Jahren in die Berge, hauptsächlich im Winter auf Skitour. Luxus und Wellness braucht’s nicht,aber eine Dusche und kleine 2er Zimmer find ich ehrlich gesagt schon angenehm. Und ein gescheiter Trockenraum im Winter. Auf Wellness, Bespassung, Gepäcktransport und Internet kann ich gut verzichten.

soso

Mir reichts wenns keine Wanzen gibt.

Rene Rademakers

Es stimmt das wir nicht mehr im 19. Jahrhundert sind, aber ich mag die Einfachheit. Die urigen Berghütte haben mehr Charme. Leider ist der Trend ein anderer, es wird immer mehr Luxus erwartet...die Massen der Menschheit bestimmen die Richtung.

Andrea Ottner

Die Berghütten sollten weiterhin möglichst einfach und umweltgerecht eingerichtet bleiben. Gegen eine Dusche und warmes Wasser habe ich - wenn vorhanden - nichts einzuwenden und nutze beides - zumindest bei mehrtägigen Aufenthalten auch mal ganz gerne. Aber ich wähle eine Hütte nicht nach ihrer Ausstattung aus, sondern nach der Lage und den Tourenmöglichkeiten. "Wellness", TV, Sauna oder Sonstiges ist völlig überflüssig und unsinnig! Eine Wärmequelle, um nasse Sachen wieder trocken zu bekommen ist allerdings schon wichtig und die Übernachtungspreise sollten erschwinglich bleiben - auch für Familien!

Anonymer User

Bitte keine Reservierungen mehr auf Hütten. Platz für Spontanität und Einfachkeit bewahren!!

Denise Schwarz-Dölle

Ich finde auch das man sich der Natur anpassen sollte und nicht umgekehrt..ich brauche kein Internet auf der Hütte,wenn es warmes Wasser gibt ist es schön,wenn nicht finde ich das auch nicht schlimm.kleinere Zimmer sind natürlich besser als Lager,aber wenn es nicht anders geht,dann ist es halt so

Thomas

Die ständige Erreichbarkeit ist die neue Geißel unserer Zivilisation; offline der neue Luxus.

Jupp Berglehner

Wir sollten wieder zu dem zurrückkehren als was die Hütten gebaut wurden...Schutzhütten! Ein gutes Beispiel hiefür ist die berglhütte in den Ortler Alpen bei Trafoi.

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